Frank Breiting ist Leiter für das private Vorsorgegeschäft der Deutschen Asset Management. © Deutsche AM
  • Von Redaktion
  • 26.07.2016 um 08:55
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 06:20 Min

Die Deutsche Asset Management (Deutsche AM) schließt Mitte November Teilfonds der wichtigsten Garantiefonds-Serie in Fondspolicen. Welche Gründe sie hat und was passiert, wenn der Garantiewert bis dahin nicht erreicht wurde, erklärt Frank Breiting, Leiter für das private Vorsorgegeschäft der Deutschen AM.

Könnte das Schicksal auch weitere Fonds ereilen?

Seit wir uns entschieden haben, diese Teilfonds zu liquidieren, gab es noch einmal einen Verfall an den Zinsmärkten. Je tiefer die Zinsen fallen, desto schneller können weitere Fonds in die gleiche Situation gelangen. Wir haben noch die Fonds 2026 bis 2031 – irgendwann könnte es auch diese Teilfonds treffen. Ob das nächstes Jahr oder erst in einigen Jahren der Fall sein wird, kann man jetzt noch nicht sagen.

Welche Fonds bieten Sie als Alternativen an?

Das hängt vom Anlagehorizont des Kunden ab. Der Flexpension 2016 wird, wie der Name schon sagt, in diesem Jahr fällig. Das heißt, er hat noch ein paar Monate Lebensdauer. Für Kunden, die in diesem Fonds investiert sind, eignet sich also am ehestem ein Geldmarktfonds, bis die Police fällig ist. Wenn der Kunde ein bisschen mehr Risiko vertragen kann, etwa mit zwei Jahren Anlagehorizont, stehen ihm zwei weitere Garantiefonds zur Verfügung – der DWS Funds Global Protect 90 (WKN: DWS1TH) und 80 (A0B9ER) mit einer 90- beziehungsweise einer 80-prozentigen Garantie. Die sind aktuell noch gesünder als die Flexpension-Fonds, funktionieren aber nach demselben Mechanismus. Und für noch längere Laufzeiten gibt es etwa Multi-Asset-Fonds wie den DWS Concept Kaldemorgen (DWSK00) oder den DWS Multi Opportunities (794814).

Was machen jetzt die Versicherer?

Die Versicherer entscheiden jetzt alle über die Sommerferien, ob und wie sie unseren Fondsempfehlungen folgen. Einer hat sich bereits für die DWS-Fonds entschieden und wird seinen Kunden zwei bis drei der von uns vorgeschlagenen Fonds vorschlagen.

Ein von uns befragter Versicherer hat die „äußerst kurzfristige und überraschende“ Info zur Liquidation bemängelt.

Bevor die Aufsicht die Liquidation nicht genehmigt, dürfen wir mit niemandem reden. Wenn jemand mitbekommt, dass wir Fondspolicen-Anleger oder Versicherer informieren, aber nicht auch gleich alle anderen Anleger – dann bekommen wir richtig Ärger mit der Aufsicht. Für die Aufsicht ist das übrigens gar nicht üblich, dass man so viel Vorlauf einplant. Die dachten, wir machen die Fonds in drei bis vier Wochen dicht. Wir haben lange diskutiert, damit wir Aufschub bekommen, weil ja noch einiges gemacht werden muss – die Vermittler anschreiben, die Kunden anschreiben, die Reaktion der Kunden abwarten und so weiter.

Wir haben im Übrigen aber alle Versicherer im vergangenen Sommer darauf hingewiesen, dass wir über solche Schritte nachdenken. Wir haben sogar alternative Lösungen diskutiert wie zum Beispiel ein Herabsetzen der Garantie in bestimmten Marktbedingungen. Praktisch alle haben sich für eine Liquidation ausgesprochen, weil es der sauberste Weg für alle ist.


5″/>

  • 1
  • 2
  • zur Startseite
  • kommentare

    Hinterlasse eine Antwort

    kommentare

    Hinterlasse eine Antwort

    smiley-icon

    achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

    verstanden!