Ein dubioser Kapitalanlagefonds aus Luxemburg wurde vielen Millionären zum Verhängnis: Das Geld sahen viele Anleger nie wieder. Offenbar verließ sich so mancher von ihnen auf ein beigelegtes Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei, die ihren Kunden den Luxemburger Fonds empfahl. Daraus ging hervor, dass die Allianz bis zu 100 Millionen Euro zahlen würde, wenn es bei der „anwaltlichen und steuerlichen Beratung“ zu Verstößen käme. Eine entsprechende Vermögenschadenhaftpflichtversicherung würde dies garantieren. Dazu kam es aber nicht als das Geschäftsmodell der sogenannten Sheridan-Fonds zusammenbricht (wir berichteten).

Nun sind weitere Details zur Rolle der Versicherungswirtschaft bei den dubiosen Cum-Ex-Geschäften ans Licht gekommen. Derartige Geschäfte zielen darauf ab, mit Leerverkäufen um den Dividendenstichtag, eine mehrfache Erstattung von Kapitalertragsteuer zu erhalten, obwohl die Steuer nur einmal bezahlt wurde.

Die neuesten Erkenntnisse basieren auf „geheime Ermittlungsakten, Protokolle von Zeugenvernehmungen und E-Mails“, wie ein Redakteursteam von Zeit, Zeit Online und dem ARD-Magazin Panorama berichtet.

Allianz teilt Haftpflichtrisiko mit zwei weiteren Versicherern

Demnach teilte sich die Allianz das Haftpflichtrisiko zu gleichen Teilen mit zwei weiteren Versicherern – zum einen mit HDI Gerling, das zum Talanx-Konzern gehört, zum anderen mit der Versicherungsstelle Wiesbaden, einem Spezialversicherer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Ein Allianz-Mitarbeiter schreibt dem Bericht zufolge an den Inhaber der Allianz-Agentur, die die Kanzlei betreut, dass man wegen „des möglichen finanziellen Volumens“ die Versicherungssumme der Vermögenschadenhaftpflichtversicherung von 100 Millionen Euro nicht alleine tragen wolle. Als Prämie werden demnach insgesamt 300.000 Euro vereinbart.