Datenschutz in Gefahr Facebook geht gegen dubiose Apps vor

Das Facebook-Logo auf einem zerbrochenen Smartphone-Display: Aufgrund des aktuellen Datenskandals soll Facebook rund 200 Apps suspendiert haben.
Das Facebook-Logo auf einem zerbrochenen Smartphone-Display: Aufgrund des aktuellen Datenskandals soll Facebook rund 200 Apps suspendiert haben. © Getty Images / Joel Saget

Als Reaktion auf den aktuellen Datenskandal hat Facebook Medienberichten zufolge rund 200 Apps die rote Karte gezeigt. Sie werden jetzt dahingehend überprüft, ob sie unrechtmäßig Daten abgegriffen haben.

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Nutzer von sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, verlassen sich auf einen sensiblen Umgang mit ihren Daten. Dass das leider nicht immer so ist, wurde im März bekannt: Die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gab zu, Informationen bei Facebook abgegriffen und widerrechtlich weitergegeben zu haben.  

Als Reaktion auf diesen Datenskandal hat Facebook aktuellen Medienberichten zufolge nun rund 200 Apps suspendiert. Das Online-Netzwerk habe diese Programme im Verdacht, Nutzerdaten zu missbrauchen. Darum werden sie aktuell eingehend untersucht.

Im März war bekannt geworden, dass ein App-Entwickler Daten über eine Facebook-Umfrage eingesammelt und unrechtmäßig weitergegeben hatte. Facebook wusste von diesem Fauxpas, ging jedoch davon aus, dass die Daten vernichtet worden seien. Das Unternehmen informierte die Nutzer damals nicht.

Mehr Beschränkungen für App-Entwickler

Laut dem Online-Portal internetworld.de nahmen einige hunderttausend Facebook-Nutzer an der Umfrage teil. Doch die App erhielt aufgrund der damaligen Funktionsweise von Facebook Zugriff auf Informationen der Freunde der Umfrageteilnehmer. Facebook-Schätzungen geben demnach 87 Millionen betroffene Mitglieder an. Diesem automatischen Zugriff schob Facebook bereits im Jahr 2014 einen Riegel vor.

Nun entschuldigte sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg öffentlich für diesen Fehler und kündigte Maßnahmen zum Datenschutz an. Unter anderem sollen die Zugriffsmöglichkeiten von App-Entwicklern eingeschränkt worden sein. Nutzer sollen außerdem mehr unternehmen können, um ihrer Privatsphäre gemäß der in einer Woche in Kraft tretenden EU-Datenschutz-Grundverordnung schützen zu können.

Wie viele Apps tatsächlich überprüft werden, nannte Facebook selbst demnach nicht. Allerdings sollen diesmal die Nutzer informiert werden, wenn sich herausstellt, dass tatsächlich Daten missbraucht wurden.

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