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Das Herz der Fondspolicen Wie wichtig ist das Fondsangebot im Versicherungsmantel?

Michael Schillinger ist Vorstandsmitglied der Inter Versicherungsgruppe.
Michael Schillinger ist Vorstandsmitglied der Inter Versicherungsgruppe. © Inter Versicherungsgruppe

Flexibilität, Sicherheit und Rendite können mit einer Fondspolice schon ganz gut unter einen Hut gebracht werden. Doch wie wichtig sind dabei die Fonds? Michael Schillinger beantwortet diese Frage in seiner Kolumne.

| , aktualisiert am 15.01.2018 12:27  Drucken

Investmentfonds im Policenmantel eignen sich sehr gut als langfristige Anlage. Die Ertragschancen sind generell höher als in klassischen Anlagen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld gilt das umso mehr. Die marktüblichen Schwankungen werden über die meist lange Laufzeit einer Altersvorsorge ausgeglichen.

Betrachten wir dafür einmal unseren Deutschen Aktienindex Dax. In den vergangenen Jahren ist hier ein stetiger Anstieg zu beobachten. Im Jahr 2009 lag der Dax unter 4.000 Punkten und Ende September 2017 bei über 12.000 Punkten. Trotz zum Teil deutlicher Kursverluste zwischendurch zeigt der Trend langfristig nach oben. In den ersten 30 Jahren waren die Schwankungen nicht so ausgeprägt. Der Index verharrte lange Zeit unter 2.000 Punkten. Ab 1995 bleibt er dauerhaft über 2.200 Punkten.  In der Zeit der Jahrtausendwende mit dem Platzen der Dotcom-Blase mussten viele Anleger allerdings hohe Verluste hinnehmen. Manche hielten die Jahre der negativen Entwicklung nicht aus und verkauften zum schlechtesten, nämlich niedrigsten Zeitpunkt. Mit dem dritten und jetzt deutlichen Überwinden der 8.000-er Marke scheint eine neuerliche Unterstützung gefunden.

Diese Kursschwankungen sind vielen Anlegern für ihre Altersvorsorge zu unsicher. Versicherer greifen den Wunsch nach Sicherheit auf. Bei immer mehr Fondspolicen kann der Versicherte je nach Risikoneigung komplett auf klassische Anlagen setzen oder zu 100 Prozent auf Fonds – mit jederzeit möglichem Wechsel während der Ansparphase. Zudem gibt es Sicherungsmechanismen.

Immer mehr Gesellschaften stellen die kostengünstigeren börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) zur Wahl. Sie kosten meist nur 0,2 Prozent im Jahr. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds, die mit rund 2 Prozent zu Buche schlagen können. Zudem belegen Studien, dass es nur wenigen Managern mit ihrem aktiv gemanagten Fonds gelingt, dauerhaft den Markt zu schlagen.

Wie groß muss nun die Fondsauswahl sein? Das hängt selbstverständlich vom Kunden ab. Wir haben festgestellt, dass insbesondere der Dax bei kaum einem deutschen Anleger fehlen darf. Aber auch Standard-ETFs wie Euro-, Welt-, Schwellenländer- und Dividenden-Fonds werden nachgefragt. Da eine ausreichende Streuung über mehrere Märkte, Regionen und Anlageklassen nicht zu unterschätzen ist, sollte ein ausreichend großes Fondsangebot vorhanden sein.

Für Berater hat die Nutzung von ETFs als Renditebaustein den angenehmen Nebeneffekt, dass sich sogar der Aufwand reduzieren kann. Denn die Indexabbildung erspart die ständige Suche nach dem aktuell besten Fonds eines Segments. Auch Managerwechsel und Rating-Herabstufungen sind somit kein Thema.

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