Daniel Bahr, Vorstand der Allianz Privaten Krankenversicherung © APKV
  • Von Lorenz Klein
  • 24.06.2020 um 10:04
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Daniel Bahr, Vorstand der Allianz Privaten Krankenversicherung, äußert sich in unserer Interview-Reihe zum Thema Pflege zur Lage der privaten Pflege-Vorsorge in Zeiten von Corona, zur Rolle des Vermittlers und wo die Allianz im Vertrieb ihre Chancen sieht.

Pfefferminzia: Politiker fast aller Parteien forderten jüngst höhere Gehälter für Pflegekräfte ein – das könnte die Preise in den Pflegeheimen nach oben treiben. Dabei zahlen Pflegebedürftige, die im Heim leben, laut VDEK-Zahlen schon jetzt im Bundesdurchschnitt 1.940 Euro pro Monat. Kann der Vertrieb privater Pflegeversicherungen von dieser Kostenentwicklung profitieren?

Daniel Bahr: Die Pflegepflichtversicherung war immer nur als eine Teilkostenversicherung gedacht. Das wird in Zukunft weiter so bleiben – allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung. Gute Pflege kostet und wer sein Leben auch im Alter nach seinen eigenen Vorstellungen selbstbestimmt gestalten will, der wird für einen Teil der Kosten selbst aufkommen müssen. Hier führt kein Weg an privater Vorsorge vorbei.

Umfragen zeigen auch immer wieder, dass die Menschen das wissen und eine zusätzliche Absicherung für nötig halten. Gleichzeitig geben aber nur 17 Prozent der Vermittler an, dass ihre Kunden eine Pflegezusatzversicherung bräuchten. Hier gibt es also noch eine große Diskrepanz zwischen Vermittler- und Kundensicht. Ich glaube, wir als Versicherer haben deshalb auch eine gesellschaftliche Aufgabe, das Thema Pflege bei unseren Kunden anzusprechen.

Außerdem müssen unsere Angebote einfach verständlich sein und in die Lebenswelt der Menschen passen. Heutzutage spielt neben dem finanziellen Aspekt die Organisation des Lebens im Pflegefall eine große Rolle. Unser PflegetagegeldBest bietet daher zusätzliche entsprechende Assistance-Services, die Kunden diese Aufgaben abnehmen.

Unsere Versicherten können die Serviceleistungen darüber hinaus auch dann schon in Anspruch nehmen, wenn sie selbst gar keine Pflege brauchen, aber einem Familienmitglied helfen möchten. Damit ist unser Tarif auch für jüngere Leute interessant, deren Eltern in ein Alter kommen, in dem Pflege zum Thema wird.

Pfefferminzia: Steht nicht dennoch zu befürchten, dass die Nachfrage nach einer privaten Pflegeabsicherung aufgrund der wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Corona-Krise leiden wird?

Bahr: Im Moment ist es kaum möglich, belastbare Aussagen zu Kundenverhalten und Geschäftsauswirkungen zu machen. Allerdings sehen wir, dass Kunden und Vermittler unsere digitalen Angebote viel stärker nutzen. Gerade jetzt müssen wir für unsere Kunden ansprechbar sein, die sich vermehrt Gedanken um ihre Absicherung machen. Dank digitaler Technik sind wir das: Vermittler beraten, hören zu und unterstützen weiter persönlich – nun eben per Telefon, E-Mail, Go-To-Meeting, Whatsapp oder Facebook.

Pfefferminzia: Nicht alle Menschen dürften so genau wissen, dass es einen Anspruch auf verschiedene Hilfen gibt, wenn Pflegebedürftige daheim von Angehörigen oder einem Pflegedienst betreut werden. Welche Rolle kommt hier dem Makler als Ratgeber zu?

Bahr: Gute Vermittler haben ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Kunden und sind oft erste Anlaufstelle, wenn diese Unterstützung brauchen. Es gehört dabei zu ihrer Rolle als Ratgeber, auch im Pflegefall für ihre Kunden da zu sein und ihnen Ansprechpartner und Stellen nennen zu können, die ihnen weiterhelfen können. Auch deshalb haben wir in unser PflegetagegeldBest Assistance-Leistungen integriert: Versicherte erhalten so bei der Organisation der Pflege Unterstützung von Profis – und Vermittler können sicher sein, dass ihre Kunden damit in besten Händen sind.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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