Eine junge Frau sitzt bei ihrer Großmutter an der Bettkante: Die Mehrheit der jungen Menschen hierzulande würde Angehörige zuhause pflegen. © picture alliance / photothek | Ute Grabowsky
  • Von Juliana Demski
  • 27.10.2021 um 16:49
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Unter den jungen Deutschen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren ist die Bereitschaft groß, im Ernstfall Angehörige zu pflegen. Zwei von drei können sich das vorstellen – Frauen dabei etwas häufiger als Männer. Das und mehr hat der aktuelle Pflegereport der DAK Gesundheit ergeben.

In etwa zwei Drittel (68 Prozent) der jungen Deutschen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren könnten es sich vorstellen, eigene Angehörige im Ernstfall selbst zu pflegen. Zum Vergleich: Bei den Menschen über 40 sagen dies nur 12 Prozent. Das sind zentrale Ergebnisse des aktuellen Pflegereports des Krankenversicherers DAK Gesundheit.

Eine moralische Verpflichtung zur Pflege von Angehörigen sehen jedoch weniger als die Hälfte der unter 40-Jährigen (41 Prozent). 29 Prozent sind der Ansicht, es gebe keine Verpflichtung zur Pflege der eigenen Eltern. 30 Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

Und rund ein Drittel der jungen Menschen kann es sich gar nicht vorstellen, Angehörige zu pflegen. Sie geben dafür verschiedene Gründe an: Ein Großteil traut sich Pflegetätigkeiten nicht zu (63 Prozent). Für die Hälfte ist die Pflege nicht mit dem Beruf vereinbar (49 Prozent) und 44 Prozent befürchten seelische Belastungen. 29 Prozent wäre die Pflege eines Angehörigen unangenehm, 26 Prozent wohnen zu weit entfernt und 22 Prozent haben Sorge vor einer zu starken finanziellen Belastung.

Mehr positive als negative Erfahrungen

Diejenigen jungen Bundesbürger, die bereits Angehörige pflegen, haben laut der Umfrage zu 83 Prozent positive, aber zu 73 Prozent auch negative Erfahrungen damit gemacht. Zu den positiven Erfahrungen der jungen Pflegenden zählt, dass ihr Verhältnis zu den Gepflegten in dieser Phase noch enger geworden ist (43 Prozent) und dass sie trotz der schwierigen Situation auch schöne Momente zusammen erleben (43 Prozent). Sorgen haben ihnen laut der Umfrage indes eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der zu pflegenden Person (42 Prozent) gemacht.

Interessant ist jedoch: Nur ein Viertel der Studienteilnehmer fühlt sich von der Pflegesituation überfordert (24 Prozent). Für ebenfalls ein Viertel (24 Prozent) hat sich ihre Sicht auf die Welt verändert. Sie geben an, durch die Pflege gelernt zu haben, was im Leben wichtig sei.

Wenn es um das Thema Pflegewissen geht, so zeigt sich: Zwei Drittel der jungen Pflegenden hierzulande haben sich das nötige Know-how selbst beigebracht (64 Prozent) – davon 21 Prozent durch Recherchen im Internet. Nur wenige haben sich durch spezielle Pflegekurse (12 Prozent), das Lesen von Fachbüchern (9 Prozent) oder die Lektüre von Fachzeitschriften (6 Prozent) weitergebildet. Nur gut ein Drittel der jungen Pflegenden nimmt Beratungsangebote und Unterstützung in Anspruch (38 Prozent). In Familien mit niedrigem sozialem Status sind es sogar nur 21 Prozent.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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