Das Hauptgebäude der Firma Webasto im bayerischen Stockdorf. In Deutschland wurde dort Ende Januar 2020 erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg habe sich infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München damals mit. Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hatte sich demnach bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei Webasto gewesen. Der Ausbruch konnte mit Unterstützung eines Versicherers eingedämmt werden. © picture alliance/Peter Kneffel/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 25.05.2020 um 09:11
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Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) legt stetig zu. Zugleich deutet sich in der Corona-Krise an, welch wertvollen Nutzen das betriebliche Gesundheitsmanagement den Unternehmen und ihren Mitarbeitern noch bieten kann – und das eröffnet auch Maklern große Chancen.

Das klingt zunächst eindrucksvoll – gemessen an hierzulande über 45 Millionen Erwerbstätigen 2019, stellt sich die bKV doch eher als überaus zartes Pflänzchen dar, oder nicht? „Die betriebliche Krankenversicherung ist noch nicht so etabliert wie beispielsweise die betriebliche Altersversorgung“, räumt Sascha Marquardt vom Kompetenzcenter Firmenkunden der Hallesche Krankenversicherung ein. Dennoch rücke das Thema immer mehr ins Bewusstsein moderner Arbeitgeber.

„Sie können mit einer bKV eine sofort nutz- und erlebbare Lohnnebenleistung anbieten, die während der Zeit der aktiven Beschäftigung ihre Wirkung entfaltet.“ Dieses Argument scheint zu ziehen. Denn die Hallesche konnte für das vergangene Jahr bärenstarke Zuwächse für ihren „Feelfree“-Tarif verbuchen. „Mit Feelfree entscheidet sich der Firmenkunde lediglich für die Höhe des jährlichen Budgets – die Auswahl der Leistung liegt dann allein bei demjenigen, der am besten weiß, welche Leistung er benötigt: dem Mitarbeiter“, erklärt Marquardt das Konzept. Darüber hinaus können Mitarbeiter weitere Services wie die ärztliche Videotelefonie und einen Facharztservice beliebig oft in Anspruch nehmen.

bKV bleibt „ein Push-Angebot“

644 Neuabschlüsse verzeichnete die Hallesche 2019. Zur Einordnung: Bis Ende 2019 hatte der Versicherer 1.042 Unternehmen unter Vertrag. Bedeutet also: Binnen eines Jahres konnte der Kundenbestand um mehr als das Doppelte ausgebaut werden. Die Zahl der Beschäftigten mit bKV-Vertrag kletterte entsprechend um 32.000 auf mehr als 67.000 Personen. Etwas größer aufgestellt ist die SDK mit „derzeit über 3.000 Gruppenverträgen und weit über 100.000 versicherten Personen“, wie SDK-Vertriebsvorstand Olaf Engemann sagt. Er setzt darauf, dass der Verkauf von Zusatzversicherungen für Versicherungsvermittler immer wichtiger wird und somit auch die bKV profitiere. Letztere bleibe „ein Push-Angebot“, das immer wieder beworben und aktiv vorgestellt werden müsse, so Engemann. Dabei seien die Zahntarife und die stationäre Zusatzabsicherung weiterhin am stärksten gefragt.

Gothaer-Experte Ebenkamp bestätigt das: Die höchste Nachfrage gebe es in den Bereichen mit dem größten Kostenrisiko für die Mitarbeiter. „Dies gilt insbesondere für Tarife der Leistungsbereiche Stationär und Zahnersatz und gilt sowohl für die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerfinanzierung.“ Dabei steige der Anteil der Arbeitgeberfinanzierung stetig – die Otto Bitzer GmbH aus Albstadt-Ebingen gehört schon dazu.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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