Crash, Boom, Bang Wie sich Formel-1-Piloten versichern

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„Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen“, so beschreibt Walter Röhrl, ehemaliger deutscher Rennfahrer, die Gefühle beim Autorennen. Motorsport wie die Formel 1 begeistert Millionen Fans. Dass es dabei jede Menge Gefahren für Fahrer und Bolide gibt, gerät gerne in Vergessenheit – bis zum nächsten spektakulären Crash. Wie Rennfahrer wie Vettel, Schumi & Co. sich und ihre Autos versichern, lesen Sie exklusiv bei Pfefferminzia.

Herkömmliche Kfz-Vollkaskoversicherungen schützen das Auto eines Versicherten im Schadenfall. Autorennen schließen die Versicherer aber vom Versicherungsschutz aus. Für Rennfahrer und Rennwagen muss also was anderes her. Anbieter wie Allianz, Bauer AG Versicherungsmakler, Motorsport Agentur oder Wimmer & Reinholz Racing Insurance haben für diese Zielgruppe spezielle Unfall- und Rennkaskoversicherungen im Programm.

Was auch Not tut. 1.817 Unfälle gab es in der Formel 1 allein in den achtziger und neunziger Jahren, zeigt eine Statistik des Automobilweltverbands FIA. 17 davon sind tödlich ausgegangen.

Mit 107 km/h in den Reifenstapel – das Bein ist hin

Spektakuläre Unfälle hatte Michael Schumacher in seiner Laufbahn viele. Oft kam er mit dem Schrecken davon. Doch beim Großen Preis von England 1999 in Silverstone kommt Schumi von der Strecke ab, rast durch ein Kiesbett und kracht mit 107 Stundenkilometern in einen Reifenstapel. Der Bolide ist Schrott, die Zuschauer ahnen Schlimmes.  Wie durch ein Wunder kommt der damalige Ferrari-Pilot aber vergleichsweise glimpflich davon. Schumi bricht sich „nur“ das rechte Schien- und Wadenbein. Der Kerpener hat für solche Fälle – wie seine Kollegen auch – vorgesorgt. Die Kombi-Policen zahlen bei vorübergehender Behinderung wie einem Beinbruch, bei dauerhafter Invalidität, wenn ein Bein etwa amputiert werden muss und bei Tod des Fahrers.

So bietet die Motorsport Agentur zusammen mit der Allianz eine Unfallversicherung für Motorsportler an. Passieren Unfälle auf abgesperrten Strecken, während eines Rennens, eines Qualifyings oder eines Trainings, springt die Versicherung ein. Für bis zu zwei Jahre zahlt die Agentur dann ein Unfallkrankenhaustagegeld.

Pro Tag 128.000 Euro

Kosmetische OPs und Bergungskosten sind bis zu je 3.000 Euro mitversichert. Die Bauer AG Versicherungsmakler hat in ihrem Versicherungsschutz für Rennfahrer außerdem Verrenkung von Gelenken und Zerrungen, Muskelfaserrisse und Bänderdehnungen inbegriffen. Auch die durch einen Unfall entstandene Invalidität ist durch die Rennunfall-Versicherung abgedeckt. Bei einer 50-prozentigen Invalidität gibt es eine lebenslange Rente für den Fahrer. Stirbt der Pilot zahlt die Versicherung eine vereinbarte Todesfallsumme aus.

Nach seinem Unfall soll Schumi über drei Monate täglich umgerechnet rund 128.000 Euro bekommen haben, inklusive Behandlungs- und Rehakosten. Die Summe, die der Versicherer bei seinem Tod hätte zahlen müssen, soll bei 15 Millionen Euro liegen. Das kostet natürlich einiges an Prämie. Schumi soll für sein Versicherungspaket  64.000 Euro im Monat  gezahlt haben.

Beule am Boliden: Das wird teuer

Allein der Motor eines Formel 1 Wagens ist 250.000 Euro wert. Kein Wunder also, dass sich die Rennställe ihre Fahrzeuge versichern. Die Rennkaskoversicherungen der Allianz und der Bauer AG decken Autoschäden nach Kollisionen, Feuer, Motor- und Getriebeschäden ab. Wird der Bolide geklaut, gibt es auch Geld.

Wenn der Reifen den Kameramann trifft

Wie wichtig eine Veranstaltungshaftpflicht sein kann, zeigt der aktuelle Fall eines verunglückten Kameramannes beim Großen Preis von Deutschland am vergangenen Wochenende. Während eines Reifenwechsels beim Auto des Red-Bull-Piloten Mark Webber löst sich ein Reifen des Rennwagens und trifft einen Kameramann der Formel 1 eigenen Produktionsfirma.

Mit einer Schlüsselbeinfraktur, zwei gebrochene Rippen sowie Prellungen und Schnittwunden wird der Brite ins Krankenhaus gebracht. Aus diesem Grund wird nun eine Helmpflicht für alle Mechaniker und Team-Mitglieder diskutiert. Die Veranstaltungshaftpflicht der Bauer AG deckt genau diese Fälle ab und bietet diese sowohl für die Veranstalter als auch für die Streckenbetreiber und Rennställe an.

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