Carsten Maschmeyer Bezahlt AWD-Gründer PR-Profis als Online-Fans?

Milliardär Carsten Maschmeyer bei einer Spendengala im Dezember in Berlin.
Milliardär Carsten Maschmeyer bei einer Spendengala im Dezember in Berlin. © dpa/picture alliance

Engagiert Finanzmogul Carsten Maschmeyer eine Agentur, die lobhudelnde Kommentare in sozialen Foren verbreitet? Der Tagesspiegel hat nachrecherchiert und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

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Es sind unangenehme Auswüchse der aktuellen Medienkultur, die der Tagesspiegel nach einer umfangreichen Recherche herausgefunden haben will: AWD-Gründer Carsten Maschmeyer habe – ebenso wie seine Frau, Schauspielerin Veronica Ferres, und der Freund des Paares, Ex-Hannover-Trainer Mirko Slomka – positive Fan-Kommentare in Online-Foren erkauft. Vermutlich bezahlte Kommentatoren seien laut „Tagesspiegel“ immer dort zur Stelle, wo in Medien Negatives über Maschmeyer und Co. berichtet werde. Mit erstaunlicher Regelmäßigkeit verdrängten lobhudelnde Kommentare außerdem alle negativen Postings aus den Kommentarspalten unter der Berichterstattung über den umstrittenen Finanz-Mogul, darunter übrigens auch unter einem Beitrag unseres Schwestermagazins DAS INVESTMENT.com.



Die Namen der Nutzer, die sich auffallend positiv über Maschmeyer, Ferres und Slomka äußerten, tauchten laut Tagesspiegel in vielen unterschiedlichen Foren immer wieder auf. Ohne jedoch an anderer Stelle im Internet Spuren zu hinterlassen: Es könnte sich um Fake-Profile handeln – speziell angelegt, um ebensolche image-aufpolierenden Kommentare im Internet zu verbreiten, vermutet der Tagesspiegel. Die Fotos einiger dieser Nutzer ließen sich zudem gänzlich anderen Personen zuordnen.

Tatsächlich beschäftigen sich mittlerweile viele Agenturen mit „Reputationsmanagement“, wie der Fachbegriff für die Arbeit an einem positiven Image lautet. Die Kommuniktionsagentur Maschmeyers CNC Communications habe sich auf Nachfrage des Tagesspiegel allerdings von einer solchen Vorgehensweise distanziert, schreibt die Zeitung. Falls sich die mit akribischer Recherche und vielen Beispielen untermauerten Vorwürfe des Tagesspiegel erhärteten, hätte sich der umstrittene Finanzmogul, der mittlerweile in einer TV-Sendung über Start-ups mitwirkt und sich in einer Biographie ins rechte Licht zu rücken suchte, in Sachen Public Relations ein echtes Eigentor geschlossen.
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