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„Bürgerversicherung kommt langfristig“ Karl Lauterbach gibt Hoffnung auf Bürgerversicherung nicht auf

Karl Lauterbach spricht am 21. Januar 2018 beim SPD-Sonderparteitag in Bonn. Eine Bürgerversicherung ist sein Ziel.
Karl Lauterbach spricht am 21. Januar 2018 beim SPD-Sonderparteitag in Bonn. Eine Bürgerversicherung ist sein Ziel. © dpa/picture alliance

Für den Mediziner und Gesundheitswissenschaftler Karl Lauterbach ist die private Krankenversicherung kein Zukunftsmodell. Die Bürgerversicherung ist und bleibt daher sein Ziel – und sie wird auf lange Sicht kommen, ist der SPD-Politiker überzeugt.

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Der SPD-Politiker Karl Lauterbach will auch nach dem erneuten Nein zu einer Bürgerversicherung in den jetzigen Koalitionsverhandlungen nicht aufgeben. Wie er der Welt am Sonntag gegenüber sagt, sei er sich sicher, dass die Abschaffung der privaten Krankenversicherung nur eine Frage der Zeit ist.

Für eine Bürgerversicherung setzt sich Lauterbach seit vielen Jahren ein. Nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen im September 2017 und der Ankündigung, keine erneute Regierung mit CDU/CSU bilden zu wollen, stand das Abschaffen der PKV nicht im Raum.

Erst mit dem Scheitern der Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU, Bündnis90/Die Grünen und der FDP stand das Thema wieder zur Diskussion als die SPD doch Gesprächen für eine erneute Regierungsbildung zustimmte.

Lauterbach äußert gegenüber der Welt am Sonntag, dass er glaubt, das rückläufige Neugeschäft der PKV werde sich noch beschleunigen. In den kommenden Jahren würden seiner Einschätzung zufolge mehr Selbstständige in die gesetzlichen Krankenkassen eintreten. Zudem könnten sich im Alter viele Privatversicherte die Prämien nicht mehr leisten, und würden aus diesem Grund ebenfalls wechseln.

Zwar konnte sich Lauterbachs Idee nach einer Bürgerversicherung in dem nun vorliegenden Koalitionsvertrag nicht durchsetzen, doch ein für ihn wichtiger Schritt auf dem Weg zu seinem Ziel ist erreicht. Eine Kommission soll nun eine gemeinsame Arzthonorar-Ordnung für gesetzlich und privat Versicherte prüfen. Damit würde es für Ärzte bei der Therapie und der Terminvergabe keine Rolle spielen, wie der Patient versichert sei.

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