Philip Wenzel ist Versicherungsmakler und Experte für biometrische Risiken. © Doris Köhler
  • Von Philip Wenzel
  • 05.07.2019 um 15:36
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Gesundheit und Finanzen eines Kunden sind wohl die größten Hindernisse, wenn es um den Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht. Zum Thema Gesundheit hat Versicherungsmakler Philip Wenzel bereits in seiner letzten Kolumne Lösungen präsentiert. Dieses Mal nimmt er sich das Thema vor, wo das Geld für eine Absicherung herkommen kann.

Gesundheit ist wahnsinnig wichtig. Aber für den Gesunden gibt es Wichtigeres, solange er gesund ist. So ist es auch in der Einkommenssicherung. Wer die Gesundheitsfragen überstanden hat, steht immer noch vor der zweiten Hürde: Ich muss mir die Absicherung leisten können.

Wenn ich es mir nicht leisten kann, mein Einkommen abzusichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die verschieden schlecht sind, um am Beitrag zu sparen.

Das einfachste und auch schlichteste ist es, die Absicherungshöhe zu reduzieren. Also keine 2.500 Euro, wie der Bedarf wäre, sondern nur 1.250 Euro zu versichern. Kostet dann linear nur die Hälfte. Aber der Bedarf in der Höhe lässt sich nun mal nicht wegdiskutieren. Wer im Monat 2.500 Euro ausgibt, der muss im Monat 2.500 Euro (nach Steuern und so weiter) einnehmen. Logisch.

Selbst wenn ich den besten Schutz habe, fehlen mir im Leistungsfall jeden Monat 1.250 Euro. Es dauert zwar länger, aber irgendwann bin ich auch pleite. Oder ich hab einen guten Anwalt und der Vermittler keine gute Dokumentation. Dann kann ich mir den Rest dort holen.

Ausgaben des Kunden unter die Lupe nehmen

Schon besser ist es, wenn ich den Leistungsumfang reduziere. Wenn ich dem Kunden verständlich machen kann, dass eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung erst dann leistet, wenn es am allgemeinen Arbeitsmarkt keinen Beruf mehr gibt, in dem ich drei Stunden täglich arbeiten kann, dann kann der Kunde auch für sich entscheiden, was er will. Zur Wahl steht eine teurere Lösung, die schon leistet, wenn ich meinen Beruf nur noch zur Hälfte ausüben kann oder eine bezahlbare Lösung, die erst später leistet.

Vor allem, wenn der Kunde bereit ist, umzuschulen und über die notwendigen Rücklagen verfügt, die Zuzahlungen der Bundesagentur für Arbeit aufzustocken, kann das eine sinnvolle Lösung sein.

Am sinnvollsten erscheint es aber, die Ausgaben des Kunden genauer zu untersuchen. Denn viele Ausgaben, die wir haben, haben wir nicht bis 67. Auf der anderen Seite ist vertrieblich interessant, dass wir viele Ausgaben auch unser ganzes Leben haben. Das muss ich dann mit einer Rentenversicherung, Aktien oder sonst was abdecken. Aber wenn es um die Ausgaben im Erwerbsleben geht, laufen manche Ausgaben nur bis 60 oder sogar kürzer.

Risiko an manchen Stellen selbst tragen

Die Ausgaben für meine Kinder hab ich in der Regel nur so lange, bis sie selbst Geld verdienen. Nur in den seltensten Fällen dürfte das über das 60. Lebensjahr hinausgehen. Auch eine Hausfinanzierung sollte nicht bis zum 67. Geburtstag laufen. Und die Berufsunfähigkeitsversicherung kostet bis 60 nur knapp die Hälfte einer Versicherung bis 67.

Das Risiko besteht halt darin, dass ich aus irgendwelchen anderen als gesundheitlichen Gründen meine Immobilie nicht mehr finanzieren kann oder die Kinder nicht arbeiten wollen. Aber dafür gibt es keine Versicherung.

Unterm Strich ist die Absicherung der Ausgaben über die Berufsunfähigkeitsversicherung sicherlich am sinnvollsten. Aber ebenso sinnvoll ist es, zu versuchen, das Risiko an den Stellen selbst zu tragen, wo es die Versicherung unnötig verteuert. Aber wo das sinnvoll ist, lässt sich nur individuell in der Beratung feststellen.

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Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und Experte für biometrische Risiken. Er ist außerdem als Autor tätig. Regelmäßige Blog-Beiträge finden Sie beispielsweise hier: https://bsc-gmbh.com/philipwenzel/ oder hier https://www.worksurance.de/.

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