Versicherungsmakler Philip Wenzel. © privat
  • Von Oliver Lepold
  • 19.04.2017 um 17:50
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Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase setzen manche BU-Versicherer auf investmentorientierte Varianten. So auch die Gothaer mit der fondsgebundenen Berufsunfähigkeitsversicherung BU Invest. Wie kommt das Produkt bei den Praktikern an? Philip Wenzel von Freche Versicherungsmakler beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen zum Produkt.

Pfefferminzia: Welche Vorteile bieten fondsgebundene Konzepte generell in der Absicherung des BU-Risikos gegenüber den konventionell in den Deckungsstock eines Versicherers investierenden Policen?

Philip Wenzel: Viel lieber möchte ich mit den Nachteilen beginnen, die ein solches Konzept mit sich bringt, wenn ich darf. Der Kunde trägt zu einem erheblichen Teil das Anlagerisiko. Entwickelt sich der Markt schlecht, werden die Beiträge je nach Ausmaß über kurz oder lang ansteigen. Ist der Kunde im Sicherungsvermögen des Versicherers investiert, ist dieses Risiko deutlich geringer. Wie die Vergangenheit schon bewiesen hat, ist es aber auch hier nicht ausgeschlossen, dass es zu Beitragsanpassungen kommen kann.

Der große Vorteil des fondsgebundenen Konzepts hat nicht unbedingt was mit der Fondsgebundenheit zu tun, sondern liegt in der risikoadäquaten Kalkulation. Dadurch zahlt der Versicherte jedes Jahr den Beitrag, den sein Risiko kostet – beziehungsweise wird dieser Beitrag dem Fondsvermögen des Vertrages entnommen. Das bedeutet, dass der Beitrag jedes Jahr steigen wird. Entwickelt sich der Fonds entsprechend, wird diese Erhöhung aufgefangen.

Für gewöhnlich wird der risikoadäquate Beitrag bis zum gewählten Endalter errechnet und dann gleichmäßig verteilt. Also bezahle ich in den ersten Jahren viel zu viel. Ich bilde sozusagen Rückstellungen, um auch später noch den gleichen Beitrag zahlen zu können.
Der Vorteil des fondsgebundenen Konzepts liegt also auch darin, dass ich bei einer vorzeitigen Kündigung, aber auch bei einer frühzeitigen Berufsunfähigkeit nichts zu viel gezahlt habe.

Außerdem ist die Kostenstruktur einer risikoadäquaten Kalkulation transparenter. Durch den darüber gelegten Fonds verpufft das ein wenig, da ich als Kunde nur bedingt nachvollziehen kann, wie viel des Beitrags gerade durch das Fondsvermögen geglättet wird oder ob ich gerade Überschüsse erziele, die in den Fonds eingezahlt werden.

Der niedrigere Beitrag macht das Produkt aber letztendlich für den Vertrieb sehr interessant. Aufgabe des Vermittlers ist es dann, den Kunden für die Entscheidung mündig zu machen, ob der niedrige Beitrag das Risiko einer eventuellen Beitragserhöhung bei schlechter Fondsentwicklung aufhebt.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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