Das Allianz-Gebäude am Treptower Park in Berlin: Jeder vierte Beitragseuro entfiel 2018 auf den Branchenprimus. © dpa
  • Von Juliana Demski
  • 27.09.2019 um 12:17
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Im Jahr 2018 wuchsen die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer um 2,6 Prozent – trotz des schwierigen Zinsumfelds. Mit dem Bestand hingegen ging es weiter bergab. Das sind Ergebnisse aus der aktuellen Bilanzuntersuchung des Analysehauses Franke und Bornberg. Wie die Versicherer im Detail abschnitten, erfahren Sie hier.

2018 war kein schlechtes Jahr für die deutsche Lebensversicherung: Die Bruttobeiträge sind um 2,6 Prozent auf insgesamt 88 Milliarden Euro gewachsen – macht eine Steigerung von 2,2 Milliarden Euro, wie das Analysehaus Franke und Bornberg in seinem aktuellen „Map Report 911“ für das Jahr 2018 erläutert. 

Marktführer Allianz konnte sich dabei klar an der Spitze behaupten: Jeder vierte Beitragseuro landete beim Branchenprimus (22 Milliarden Euro von 88 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr legte die Allianz damit um knapp 8 Prozent zu. Deutlich abgeschlagen folgen die R+V (5,6 Milliarden Euro) und die Aachen Münchener (5,0 Milliarden Euro) auf den Plätzen zwei und drei.

Relativ betrachtet konnte die Ergo Vorsorge die Beitragseinnahmen um 66,1 Prozent auf 367,8 Millionen Euro am deutlichsten ausbauen. Ursächlich hierfür ist die Bestandsübertragung der Ergo auf die Ergo Vorsorge von 121.982 Verträgen zum 1. Januar 2018. Dahinter folgen die Neue Bayerische Beamten mit einem Wachstum von 24,4 Prozent auf 199,6 Millionen Euro und Mylife mit einem Plus von 21,2 Prozent auf 146,0 Millionen Euro. Laut der Experten profitierte die Mylife vor allem von der Übernahme eines Teil­bestandes von 27.235 fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen von der Axa. 

Bestand schrumpft weiter 

Trotz der positiven Entwicklung bei den Beitragseinnahmen bleiben die Bestandszahlen in der Lebensversicherung laut Analyse rückläufig. Der Verlust von rund 975.000 Hauptversicherungen lag nur unwesentlich unter dem Wert für 2017 (minus 1,06 Millionen Verträge). Ihren Zenit hatten die Lebensversicherer mit 93,96 Millionen Verträgen im Jahr 2004 erreicht. Seitdem sind ihnen 11,40 Millionen Policen abhandengekommen. 

Im Detail sieht das so aus:  

Die kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) hat mit 18,3 Millionen Verträgen inzwischen nur noch einen Anteil von 22,1 Prozent am Gesamtbestand. Das sind 1,17 Millionen Policen beziehungsweise 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Lediglich bei Targo und bei Condor war der Bestand zum Jahrendende 2018 noch etwas höher als 2017. 

Ein ähnliches Szenario zeigt sich auch bei den Kollektivversicherungen: Wie in der KLV genügte das Neugeschäft nicht, um den Bestandsabrieb auszugleichen. Zum Jahresultimo ging die Zahl der Bestandspolicen um 0,44 Millionen auf 14,84 Millionen Stück zurück. Das entspricht einem Verlust von 2,9 Prozent. Der Anteil an den Hauptversicherungen verringerte sich von 18,3 auf 18,0 Prozent. Insgesamt gelang es 20 Anbietern, den Bestand auszubauen – wenn oft auch nur in geringem Maße. Der Löwenanteil entfiel dabei mit 141.274 Verträgen auf den Branchenriesen Allianz. Mit deutlichem Abstand folgen Signal Iduna (25.600), Alte Leipziger (12.863) und Swiss Life (8.187).

Mit der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) verhält es sich ähnlich:  

Seit dem Jahr 2004 brach der Bestand von 15,4 auf knapp 11,8 Millionen Verträge zum Ende des Jahres 2018 ein. Allein im vergangenen Geschäftsjahr schrumpfte der Bestand um 2,8 Prozent – das sind 344.000 Verträge.

Um 67.574 Verträge ging der Bestand bei der Alten Leipziger zurück, Ergo verzeichnete ein Minus von 41.532, Nürnberger von 23.384 und Zurich von 16.809 Policen. Nur zehn Anbieter schafften es, den Bestand um insgesamt 29.638 Verträge ausbauen. Allen voran die Aachen Münchener mit 16.913 Policen.

Die gute Nachricht:  

Die Entwicklungen bei den anderen Versicherungsarten waren geringfügig positiv. In der Rentenversicherung konnte der Bestand um circa 114.000 auf 24,7 Millionen Verträge aufgestockt werden. Mit einem Anteil von 29,9 Prozent haben Rentenverträge inzwischen den mit Abstand größten Anteil am Bestand. Die Allianz hält allein 20,2 Prozent des gesamten Branchenbestandes. 

Risikolebensversicherungen (RLV) bilden mit fast 9,78 Millionen Verträgen und einem Anteil von 11,8 Prozent des gesamten Bestandes die kleinste Sparte. Der Zuwachs lag hier bei knapp 204.000 Verträgen, was einer Steigerung von 2,1 Prozent entspricht. Die Targo bleibt hier mit fast 1,4 Millionen Policen im Bestand weiterhin Marktführer und hat ganze 14,1 Prozent des gesamten Bestands inne.

Die sonstigen Lebensversicherungen – zu diesen gehören auch die fondsgebundenen Versicherungen – überzeugten die Analysten mit einem Plus von 318.274 auf rund 15,0 Millionen Policen. Nach 17,6 Prozent im Vorjahr betrug der Anteil am Gesamtgeschäft Ende 2018 ganze 18,2 Prozent. Der mit Abstand größte Anbieter ist hier die Aachen Münchener mit 3,15 Millionen Verträgen im Bestand und einem Branchenanteil von 21,0 Prozent. 

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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