BGH-Urteil zu unerwünschter E-Mail-Werbung Werbung in Kunden-E-Mails verletzt Persönlichkeitsrechte

Bundesgerichtshof in Karlsruhe
Bundesgerichtshof in Karlsruhe © Getty Images

Auf die Kündigung eines Kunden reagierte die Stuttgarter SV Sparkassen Versicherung mit automatischen E-Mail-Antworten, die einen zusätzlichen Werbetext enthielten. Dieser Werbezusatz störte den Versicherten dermaßen, dass er gegen die Versicherung klagte. Was der BGH zu ungebetener E-Mail-Werbung sagt.

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Ein Kunde der Stuttgarter SV Sparkassen Versicherung kündigte im Dezember 2013 seinen Vertrag und bat um eine Eingangsbestätigung. Diese erhielt er von dem Versicherer in Form einer automatischen E-Mail-Antwort. Zusätzlich enthielt die E-Mail jedoch noch folgenden Werbezusatz:

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Da der Versicherte diese Werbung als Belästigung empfand, bat er den Versicherer, in seinen Antworten künftig auf werbliche Zusätze zu verzichten. Da jedoch auch die Folgemails Werbung enthielten, reichte der Versicherungskunde eine Unterlassungsklage ein.

Das Urteil des Bundesgerichtshofs:

„Gegen den erklärten Willen eines Verbrauchers übersandte E-Mail Schreiben mit werblichem Inhalt stellen eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar.“


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