Betriebsrente, Flexi-Rente, Rentenalter An diesen Renten-Schrauben wollen Politiker drehen

Fröhlicher Rentner: Die Politik hat einige Idee, wie sie das Rentensystem in Deutschland aufbessern will.
Fröhlicher Rentner: Die Politik hat einige Idee, wie sie das Rentensystem in Deutschland aufbessern will. © dpa/picture alliance

Die Themen Rente und soziale Absicherung haben sich die Parteien als eines der Wahlkampfschwerpunkte heraus gesucht. Hier kommt ein Überblick, in welchen Bereichen die Politiker welche Reformen planen.

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Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Weil nur rund 60 Prozent der Beschäftigten über eine Betriebsrente fürs Alter vorsorgen, ist eine Idee der Koalition Arbeitgeber zu verpflichten, ihren Mitarbeitern ein Angebot zur bAV zu machen. Geringverdiener sollen mit einem Förderbetrag stärker unterstützt werden. Kleine und mittlere Unternehmen sollen mögliche Risiken über kollektive Haftungslösungen auslagern können. Auch das Problem doppelter Krankenkassenbeiträge auf Beiträge und Erträge könnte die Koalition in diesem Zuge angehen.

Flexi-Rente: Wer bereits mit 63 in Teilrente geht, soll laut einem rot-schwarzen Gesetzentwurf mehr vom Zuverdienst behalten können. Heute wird die Rente ab einem Zuverdienst von 450 Euro stark gekürzt. Auch das Arbeiten über die reguläre Altersgrenze hinaus, will die Politik profitabler machen. Arbeitnehmer sollen dann Rentenbeiträge zahlen können, die zu einer Steigerung ihrer Rente führt.



Lebensleistungsrente: Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) möchte die Rente von Geringverdienern, die ihr Leben lang gearbeitet haben, aufbessern. Bis zu fünf Jahre Arbeitslosigkeit sollen angerechnet werden. Weil viele Bezieher von Kleinrenten aber oft in einem insgesamt gut verdienenden Haushalt leben, soll das Einkommen des Partners bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Ost-West-Angleichung: Ende 2019 sollen Renten in Ost und West angeglichen werden. Die Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittslohn liegt im Osten bei 1.217 Euro – 97 Euro unter dem Wert in den alten Bundesländern.

Rentenalter: Das Renteneintrittsalter steigt bis 2029 auf 67 Jahre. Nach Ansicht mancher Politiker kann es dabei aber nicht bleiben. So fordert etwa Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Kopplung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.

Rentenniveau: Rentner bekommen heute ungefähr 48 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens als Altersgeld. Unter 43 Prozent darf dieses Verhältnis von Standardrente zum Durchschnittslohn bis 2030 laut Gesetz nicht fallen. Trotzdem rutschen immer mehr Leute in die Altersarmut. Daher fordern manche Politiker eine Stabilisierung beziehungsweise Anhebung des Rentenniveaus.

Riester-Rente: Auch sie wird derzeit heiß diskutiert. Manche fordern ihre Abschaffung, andere schlagen Änderungen vor. Etwa die Förderung anzuheben, oder Selbstständige mit einzubeziehen.

Deutschland-Rente: Ein Vorschlag ist auch, eine Zusatzrente mit Staatsgarantie einzuführen. Jeder Arbeitnehmer soll über vom Arbeitgeber abgezwackte Beiträge in einen zentralen Fonds einzahlen, den die Deutsche Rentenversicherung Bund verwalten soll. Nur wenn Arbeitnehmer ausdrücklich widersprechen, machen sie bei der Deutschland-Rente nicht mit.
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