Ärztliche Untersuchungen sind vor Abschluss von Zusatzversicherungen oft Pflicht - bei der bKV entfällt diese in der Regel © freepik.com
  • Von René Weihrauch
  • 14.10.2020 um 12:18
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Mit einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) ermöglichen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Zugang zu medizinischen Topleistungen, die sonst privat Versicherten vorbehalten sind. Anders als bei einem individuellen Abschluss gibt es hier in der Regel nicht einmal eine Gesundheitsprüfung. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Zusatzversicherung für Angestellte eines Unternehmens. Damit kommen die Beschäftigten in den Genuss von vielen Vorteilen der privaten Krankenversicherung, etwa freier Arztwahl, kürzeren Wartezeiten, hohen Zuschüssen bei Zahnersatz und vielem mehr.

Bevor private Versicherungsunternehmen neue Mitglieder aufnehmen, müssen diese normalerweise Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und zu Vorerkrankungen beantworten. Daraus ergeben sich dann bei den Beiträgen manchmal Risikozuschläge, oder ein Antragsteller wird im Extremfall gar nicht aufgenommen. Die Versicherungsunternehmen begründen solche Maßnahmen damit, dass nur so das hohe Leistungsniveau in der PKV langfristig gewährleistet werden könne.

Bei der bKV entfällt diese Gesundheitsprüfung. Der Grund: Weil die Versicherung im Kollektiv für die gesamte Belegschaft eines Betriebs abgeschlossen wird, verteilt sich das Risiko für das Versicherungsunternehmen auf viele Personen. Deshalb ist es mit einer bKV oft auch möglich, Angehörige mitzuversichern – denn je größer die versicherte Gruppe, umso geringer ist das durchschnittliche Risiko für die Versicherung.

Zahlreiche Pluspunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Ein weiterer Vorteil gegenüber einer individuell abgeschlossenen privaten Krankenzusatzversicherung: Es gibt keine Wartezeiten, sondern der Versicherungsschutz besteht vom ersten Tag an. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist diese Regelung ein Riesenvorteil. In einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter mehr als 2.600 Arbeitnehmern und Auszubildenden aus rund 600 Betrieben erklärten 63 Prozent der Befragten, der Wegfall der Gesundheitsprüfung mache die betriebliche Krankenversicherung in ihren Augen besonders attraktiv.

Das alles ist auch für den Arbeitgeber von Vorteil. Durch die bessere medizinische Versorgung seiner Beschäftigten reduzieren sich Fehlzeiten. Zufriedene Mitarbeiter leisten mehr und sind effizienter. Hinzu kommt: Da die bKV-Tarife meist ohne Altersrückstellungen errechnet werden, sind die monatlichen Beiträge niedriger, als wenn eine private Zusatzversicherung außerhalb der bKV abgeschlossen würde. Nicht zuletzt trägt die bKV wesentlich dazu bei, das Image des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber zu verbessern. Angesichts des Wettbewerbs um die besten Fachkräfte, der auch in der Corona-Krise nicht zum Stillstand gekommen ist, kann das ein entscheidendes Argument sein.

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René Weihrauch

René Weihrauch arbeitet seit 35 Jahren als Journalist. Einer seiner Schwerpunkte sind Finanz- und Verbraucherthemen. Neben Pfefferminzia schreibt er für mehrere bundesweit erscheinende Zeitschriften und international tätige Medienagenturen.

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