Mit 60 Jahren verkaufen einige Unternehmer ihren Betrieb, die Praxis oder die Kanzlei. Nach landläufiger Meinung könnten sie sich zurücklehnen. Doch weit gefehlt. Die nächste Aufgabe wartet schon. – Der Unternehmer muss den Verkaufserlös investieren. Wie bei Michael Schmitz: Bei ihm parkt der Verkaufserlös auf einem Bankkonto.

Jetzt rückt das Thema Geldanlage in den Mittelpunkt, um den Erlös der Firma rentabel und sicher anzulegen. Das Vermögen soll den frischgebackenen Privatier und seine Angehörigen schließlich lange erfreuen. Es soll gemeinsam mit anderen Kapitalanlagen die laufenden Kosten und manche Extras decken, die eigene Immobilie in Schuss halten und den zwei erwachsenen Kindern etwas zum Erben übrig lassen.

Fragen türmen sich auf. Michael Schmitz fühlt sich wie ein Lotto-Gewinner, der über Nacht zu Geld gekommen ist: unsicher. Zusammen mit seiner Frau Angelika holt er sich professionelle Hilfe. Das Ehepaar skizziert ihre Lage einem unabhängigen Finanzberater, der sich auf die finanzielle Ruhestandsplanung spezialisiert hat. 

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Der Berater stellt fest: Einschließlich der 1,5 Millionen aus dem Verkauf der Firma verfügen Angelika und Michael Schmitz über 3,4 Millionen Euro Vermögen.

So besitzt das Ehepaar ein Wertpapier-Depot in Höhe von 200.000 Euro. Bald wird eine Lebensversicherung über 300.000 Euro fällig. 100.000 Euro liegen mangels Alternativen niedrigverzinst auf einem Festgeldkonto. Zum Vermögen gehört auch eine vermietete Eigentumswohnung im Marktwert von 300.000 Euro. Die eigene Immobilie inklusive Grundstück ist zusammen eine Million Euro wert.

Aus dem Wertpapier-Vermögen und der vermieteten Eigentumswohnung bezieht das Ehepaar ein monatliches Einkommen: Die Immobilie bringt 1.000 Euro ein, das Wertpapier-Depot 500 Euro. Eine private Rentenversicherung steuert noch einmal 1.000 Euro dazu – summa summarum 2.500 Euro pro Monat.

Schritt 2: Ziele definieren

Doch Angelika und Michael Schmitz wollen nicht auf die bisherigen Annehmlichkeiten verzichten, und sie möchten ihren Kindern unter die Arme greifen. Der persönliche Bedarf für den Unterhalt des Hauses, die Deckung der Fixkosten, einschließlich Krankenkassen- und Versicherungsbeiträge, sowie die Befriedung persönlicher Wünsche liegt eher bei 7.000 Euro im Monat. Unter dem Strich fehlen für den angestrebten Lebensstil 4.500 Euro monatliches Einkommen.

Diesen Betrag will Schmitz mit den 1,5 Millionen Euro aus dem Unternehmensverkauf abdecken. Obwohl er sich viel zutraut, nimmt er von einem völligen Alleingang Abstand. Schmitz will ruhig schlafen können. Er vereinbart einen zweiten Termin mit seinem Finanzberater.