Über die Datensammelwut der Versicherer Versicherer wollen nicht schützen, sondern Daten sammeln

Datenschutz: Über Apps & Co. würden Versicherer gerne an persönliche Daten ihrer Kunden kommen
Datenschutz: Über Apps & Co. würden Versicherer gerne an persönliche Daten ihrer Kunden kommen © Getty Images

Die Generali Versicherung startet im kommenden Jahr ihren Tarif Vitality. Für ihn will sie individuelle Gesundheitsdaten von Kunden erfassen und für gesunde Lebensweise Rabatte anbieten. In einem Interview erklärt Yvonne Hofstetter, Gründerin eines Datenverarbeiters, wie naiv Kunden auf solche Angebote reagieren. Über die Risiken der Datensammelwut und die unternehmerischen Interessen dahinter.

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Yvonne Hofstetter ist Expertin für künstliche Intelligenz. In ihrem Buch „Sie wissen alles: Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen“ weist sie darauf hin, dass Daten allein kein Unheil bringen. Tatsächlich wird es erst dann ernst, wenn man sie über spezielle Algorithmen unter strategischen Gesichtspunkten auswertet.

Genau das hat die Generali mit den Gesundheitsdaten ihrer Kunden offenbar vor. Hofstetter kritisiert im Interview mit Der Standard dabei die Unbedarftheit von Versicherten im Umgang mit diesen Möglichkeiten. So belegen Umfragen und Studien, dass jeder Dritte dazu bereit wäre, seiner Versicherung Gesundheitsdaten gegen Rabatte mitzuteilen.

Dabei liege das Risiko vor allem darin, dass sich Versicherte mit hohen Risiken nun noch schlechter absichern können, als dies bislang der Fall sei. So verweist Hofstetter auf die Entwicklung von Obamacare, der gesetzlichen Krankenversicherung in den USA. Das Risiko bestehe darin, dass Unversicherte zu Lasten der Steuerzahler in allgemeinen Tarifen versichert würden. Demnach würde die Gemeinschaft für die Risiken aufkommen. Den damit verbundenen finanziellen Aufwand vermag sie sich selbst gar nicht auszumalen.
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