Barmenia und Social Media Was Schwarzbrot mit Versicherungen zu tun hat

Screenshot der Barmenia-Facebook-Seite.
Screenshot der Barmenia-Facebook-Seite. © Barmenia

Die Barmenia setzt bei ihren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken auf einen Erfolgsfaktor: Performance. Es gehe darum, Kontaktpunkte mit Kunden zu schaffen, erklärt Anne Jung, Abteilungsleiterin Verkaufsförderung im Interview. Was dahinter steckt, kann für viele Vermittler Grundlage zur Überlegung eigener Aktivitäten sein.

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Als Beispiel für gute Inhalte dient Don Cyan. Die Comicfigur präsentiert Inhalte auf unterhaltsame Weise: So wird ein Beitrag zum Anstieg des Cholestrin-Spiegels nach dem Verzehr von Eiern mit einer unterhaltsamen Grafik angeteasert. 135 Personen teilten den Beitrag und 1.920 Personen klickten auf „gefällt mir“. In einem weiteren Beitrag geht es darum, ob helles oder dunkles Brot gesünder ist. Dieser wurde 202 Mal geteilt und 1.542 Mal geliked. Ob sich die Barmenia damit in ihrer Zielgruppe bewegt, lässt sich an dieser Stelle nur vermuten. Anne Jung, Abteilungsleiterin Verkaufsförderung des Versicherers, erklärt im Interview, dass viele hauseigene Vermittler die Inhalte nutzen, um sie auf den eigenen Fanpages zu teilen.

Auch für die Vermittler arbeitet das Social-Media-Team. Nach eigener Angabe gibt es rund 120 Agenturen der Barmenia, die mit dem hauseigenen Baukasten eine Fanpage betreiben. Teil des Angebots ist es, vorgefertigte Beiträge zu liefern, sodass Vermittler sich keine Sorgen um ihren Auftritt machen müssen. Die Moderation und das Feedback der Kunden obliegt den Vermittlern jedoch weiterhin selbst.

Führt man die skizzierte Strategie zu drei Ratschlägen zusammen, lauten diese wie folgt:

1. Kein Nebenschauplatz: Facebook sollte man keinesfalls als Aktivität verstehen, die man nebenbei betreiben kann. Es ist ein Werbekanal und dieser erfordert genaue Planung der Inhalte, um das eigene Ziel – bei Vermittlern geht es um die Gewinnung neuer Kontakte als Grundlage weiterer Vertragsabschlüsse – zu erreichen. Wer keine Zeit für die Erstellung einer Strategie hat, sollte sich überlegen, ob Aufwand und Nutzen sich die Waage halten.

2. Unterhaltsame Teaser machen auch spröde Inhalte spannend: Don Cyan ist der Beleg dafür, dass Gesundheitsthemen spannend sein können. Das gilt insbesondere dann, wenn sie gut verpackt sind. Aber Vorsicht: Die Grenze zwischen unterhaltsam und lächerlich ist sehr dünn. Daher sollte man sein eigenes Auftreten reflektieren und überdenken, ob man auch beim persönlichen Kennenlernen als lustiger Nachbar von nebenan oder als Berater mit umfassendem Wissen gelten will.

3. Setzen Sie die richtigen Maßstäbe: Die Barmenia weist als Best Case ein Szenario aus, welches durch die Anzahl von Likes und Shares bestimmt wird. Für Ihr Ziel ist es indes wichtiger, wer eigentlich teilt und liked: Bespaßen Sie lediglich Ihre Kunden, werden Sie kein Neugeschäft generieren. Demnach sollten Sie Ihre Strategie vor allem auf Kundenbindungsmaßnahmen anpassen. Erhalten Sie viel Aufmerksamkeit durch andere Vermittler, mag das Ihre Kompetenz ehren. Die Wahrscheinlichkeit, zusätzliche Kunden zu erhalten, ist dann aber wohl eher gering.

Am Ende gilt wie überall im Leben: Auf die richtige Mischung kommt es an. Wie sieht denn Ihr Mix im Social-Media-Bereich aus? Machen Sie überhaupt schon mit? Teilen Sie uns Ihre Meinung hier oder auf Facebook als Kommentar mit.
Pfefferminzia HIGHNOON