Das Niedrigzinsumfeld beeinflusst auch stark die Altersvorsorge. © picture alliance / dpa | Stephan Scheuer
  • Von Achim Nixdorf
  • 26.01.2021 um 19:03
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Die niedrigen Zinsen beeinflussen nicht nur den Vermögensaufbau, sondern wirken sich auch auf den sogenannten Entsparprozess im Alter aus. Die lebenslange Rente wird im Vergleich zu einem Auszahlplan immer vorteilhafter, meint der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – und macht eine interessante Rechnung auf.

Wer den Ruhestand finanziell absichern möchte, steht vor einer schwierigen Frage: Wie umgehen mit der Unsicherheit über den eigenen Tod? Das Ersparte in gleichmäßigen Raten aufzehren – mit dem Risiko, dass es vor dem Lebensende aufgebraucht ist? Oder besser eine private Rentenversicherung abschließen? Die leistet bis zum Lebensende, bei einem frühen Tod geht das verbleibende Vermögen aber an die Versichertengemeinschaft.

Eine generelle Antwort auf diese Frage gibt es nicht, meint er Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Entscheidung hänge von mehreren Faktoren ab, allen voran dem Gesundheitszustand. Für all jene aber, die mindestens mit einem durchschnittlich langen Leben rechnen dürften, liefere der Niedrigzins zumindest ein Argument mehr für eine lebenslange Rente – auch Leibrente genannt.

Zwar würden im Niedrigzinsumfeld auch die Erträge einer privaten Rentenversicherung sinken. Verglichen aber mit der Alternative – dem Auszahlplan – sei die Leibrente attraktiver. „Der Vorteil einer lebenslangen Rente ist umso größer, je niedriger die Zinsen sind“, betont GDV-Geschäftsführer Peter Schwark.

Je älter der Kunde wird, desto größer der Vorteil

Der GDV macht dazu folgende Rechnung auf: Ein 65-jähriger will sein Vermögen von 100.000 Euro bis zum Tod aufbrauchen. Um sicher zu gehen, nimmt er eine Lebensdauer von 95 Jahren an. Immerhin 14 Prozent der 65-jährigen Männer werden so alt und fast ein Viertel der Frauen. Bei einer angenommenen Verzinsung von 4 Prozent ließen sich von dem Vermögen jährlich 5.686 Euro entnehmen, damit es bis zum unterstellten Lebensende reicht. Bei einer Leibrente – berechnet nach der Sterbetafel der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV 2004 R 2. Ordnung) – gäbe es 6.790 Euro – also 19 Prozent mehr. Sinkt nun die Verzinsung auf ein Prozent, wirft die Leibrente sogar 25 Prozent mehr ab: nämlich 4.711 Euro verglichen mit 3.768 Euro beim Auszahlplan.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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