In der Pandemie nimmt die Zahl der seelischen Erkrankungen zu. © picture alliance / Frank May
  • Von Achim Nixdorf
  • 24.02.2021 um 19:45
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:05 Min

Die seelischen Belastungen durch die Corona-Krise steigen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Debeka. Danach verzeichnete der private Krankenversicherer im vergangenen Jahr beim Rechnungseingang für Psychotherapien einen Anstieg von 1,7 Prozent. Gerade die letzten Monate scheinen den Menschen stark zugesetzt zu haben.

Wie hat sich das Corona-Jahr 2020 auf die Psyche der Menschen ausgewirkt? Um das herauszufinden, hat die Debeka ihren Bestand an mehr als 2,4 Millionen privat Krankenversicherten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Zahl der eingereichten Rechnungen für Psycho- und Verhaltenstherapien legte im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zu. Nach einem anfänglichen Rückgang stieg der Rechnungseingang besonders im zweiten Halbjahr kräftig an.

Laut der Analyse war das Aufkommen der Belege ab Februar 2020 zunächst gesunken – und zwar im einstelligen Prozentbereich. In der Phase des ersten Lockdowns bis in den Mai hinein sogar noch deutlicher. Ab Juni kehrte sich der Trend dann aber um: Bis Dezember sei die Zahl der Behandlungen deutlich gestiegen, im Herbst sogar in den zweistelligen Prozentbereich, teilt der Versicherer mit. So habe das Rechnungsaufkommen für Psychotherapien im Oktober um fast 12 Prozent über dem Vorjahresmonat gelegen, im November sogar um 26,7 Prozent.

Corona macht psychisch zu schaffen

„Die Corona-Krise stellt die Menschen vor große Herausforderungen, denn unser Leben wird in weiten Teilen auf den Kopf gestellt“, sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka Versicherungen. „Viele sagen, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, damit umzugehen. Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich dementsprechend auch bei den eingereichten Rechnungen für psychotherapeutische Behandlungen.“

In ihrer Analyse verglich die Debeka jeweils die Rechnungseingänge der einzelnen Monate 2020 mit denen der entsprechenden Vorjahresmonate. „Selbst wenn sich die Auswirkungen erst mit leichten Verzögerungen erfassen lassen, so ergibt sich doch ein klares Bild“, sagt Brahm. „Während in der Phase des ersten Lockdowns ein deutlicher Rückgang bei den Behandlungen zu verzeichnen war, sehen wir in den letzten Monaten des Jahres 2020 einen sehr starken Anstieg.“

autorAutor
Achim

Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!