Pfefferminzia: Sie haben den Simplex Finanz Service im Jahr 2010 gegründet. Was war Ihre Motivation für ein eigenes Beratungsunternehmen?

Franz-Josef Puhl: In den vielen Jahren, in denen ich in der Ausschließlichkeit tätig war, stellte ich immer wieder die Grenzen meiner Möglichkeiten fest. Es gab Beschränkungen für Wachstum und in der Beratung der Kunden. Ich wollte ihnen immer mehr anbieten. Ist man als Finanzdienstleister an eine Gesellschaft gebunden, geht das eben nicht. Es steht manchmal nur ein Produkt zur Wahl und das passt oft nicht richtig. Also entschlossen wir uns damals zu viert, das Unternehmen zu verlassen und unseren eigenen Weg zu gehen. Mir ist eine freie Entfaltung wichtig, Ideen zulassen zu können und den Menschen, sowohl den Kollegen als auch den Kunden in den Mittelpunkt zu rücken. Jetzt können wir selber bestimmen, wie stark und in welche Richtung wir wachsen wollen.

Wie ist Ihre Kundenstruktur aufgebaut?

Meiner Überzeugung nach kann ein Berater wirklich gut 100 bis 150 Kunden, maximal 200 gut betreuen. Da wir mit vorwiegend sieben bis zehn Verträgen pro Kunden eine gute Vertragsdichte vorweisen können, ist die Bestandsarbeit elementar. Wir betreuen viele Gewerbekunden und decken dort alle Bereiche ab. Die betriebliche Altersversorgung spielt dabei eine wichtige Rolle. Zudem besetzen wir eine Nische mit der Zielgruppe Ärzte und Krankenhäuser. Und besonders am Herzen liegt uns unser Projekt Tierschutzversicherung. Vier Bürohunde haben wir über Tierschutzvereine in unsere Obhut genommen und daraus ist eine Spendenaktion entstanden. Die Vereine arbeiten bei der Tierhalterhaftpflichtversicherung mit uns zusammen. Sobald ein Tier adoptiert und die Versicherung abgeschlossen wurde, spenden wir unsere Provision, um den Verein zu unterstützen.

Was raten Sie Ihren Kunden aktuell angesichts der anhaltenden niedrigen Zinsen?

Da gibt es zwei Dinge. Erstens setzen wir auf Nettotarife. Dort wird ein Großteil der Kosten ausgeklammert. Das ist angesichts niedriger Zinsen ein wichtiger Faktor für die Rendite des Kunden. Dafür gibt es beispielweise sehr gute Angebote von Standard Life, LV 1871, Alte Leipziger und Nürnberger. Und zum zweiten: Garantieverzicht. Die angestrebte Sicherheit kostet zu viel Geld. Betrachtet man die Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen zehn Jahren, holen sie zwischenzeitliche Verluste immer wieder auf. Bei einer Laufzeit von mindestens fünf bis zehn Jahren bei Altersvorsorgeprodukten lohnt es sich für den Kunden auf jeden Fall, das Geld nicht in die Garantie zu investieren, sondern in den Vermögensaufbau.