Assekurata Marktausblick Welche Sparte bringt das Geld?

Die Assekurata untersuchte den Versicherungsmarkt des vergangenen Jahres und wagt einen Blick in die Zukunft. Der Ausblick für 2014 ist gemischt. Die Unfallversicherung steht gut da, das Urteil für zwei andere Produktkategorien fällt eher dünn aus.

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Die Versicherungs-Ratingagentur Assekurata hält im Marktausblick 2014 fest, dass Unfallversicherungen für Versicherer besonders wichtig sind. Es sei eine ertragreiche Sparte und stärke das vorzuhaltende Risikokapital. Bisher nicht oder nur wenig in diesem Segment tätige Anbieter könnten sich demnächst etwas mehr für diese Sparte erwärmen.

Allgemein seien die Wachstumsperspektiven der Branche jedoch begrenzt. Die Anzahl der Verträge wachse dauerhaft um weniger als ein Prozent pro Jahr. 2014 werden die meisten Gesellschaften vor allem ertragsschwache Sparten weiter gesundschrumpfen oder gar schließen. Zudem werde der Konkurrenzkampf aufgrund des geringen Wachstums künftig deutlich härter. Versicherer würden deshalb aber nicht die Beiträge senken, sondern ihre Produkte besser auf den Kunden zuschneiden wollen.

Die meisten Versicherer hätten bereits zwei oder drei verschiedene Produktlinien im Programm, über die sie den Bedarf des Kunden besser bedienen wollen. Rico Matthäus, Fachkoordinator Schaden- und Unfallversicherung der Assekurata, gibt zu bedenken: „Dabei wird allerdings kritisch zu beobachten sein, inwieweit diese Produkte dann tatsächlich auch einen höheren und vor allem angemessenen Kundennutzen bergen oder ob sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis durch Einbindung von nur bedingt notwendigen Produktbausteinen eher sogar zu Ungunsten des Kunden entwickelt.“

Kfz und Wohngebäude drücken Erträge

Das Urteil für Kfz- und Wohngebäudeversicherungen ist mäßig. 2013 nahmen die Verluste in dieser Sparte weiter zu. Zwar konnten Versicherer die Beiträge von Kfz- und Wohngebäudeversicherungen erhöhen und damit den Preisdruck der vergangen Jahre dämpfen. Die Kosten für Schäden waren allerdings aufgrund vieler Naturereignisse mit 7 Milliarden Euro und einer Bruttoschadensquote von 11,5 Prozent ungewöhnlich hoch.

Matthäus schlussfolgert deshalb für 2014: „Eine schnelle Umkehr der zuletzt steigenden Preisniveaus in der Kraftfahrtversicherung wird demnach ebenso wenig erfolgen, wie eine grundsätzliche Abkehr von den verschiedenen Sanierungsmaßnahmen.“ Heißt auf Deutsch: Autoversicherungen werden nicht wieder billiger, und Versicherungen müssen ihre Kosten weiter drücken.

Den hohen Schadensbelastungen hielten die Versicherer allerdings stand. Assekurata verweist darauf, dass unter anderem die Rückversicherungsgestaltung, die Eigenkapitalausstattung und die Mittel der Schwankungsrückstellung wirksame Sicherungsmaßnahmen seien.

Pfefferminzia HIGHNOON