Ein Punkt der Marktanalyse: Assekurata hat die Entwicklung der Beitragsanpassungssätze in einer Grafik erfasst. © Assekurata
  • Von Juliana Demski
  • 23.07.2018 um 15:37
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Die bevorstehenden Beitragssenkungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürften den privaten Krankenversicherern (PKV) nicht gut bekommen, erwartet das Ratingunternehmen Assekurata. Außerdem zeigt dessen Marktausblick, dass es der PKV auch 2017 nicht gelang, mehr Neu- als Abgänge in der Vollversicherung zu erzielen. Besser sieht es in der Zusatzversicherung aus.

Der aktuelle PKV-Marktausblick des Ratingunternehmens Assekurata sagt ein schwieriges Jahr für die private Krankenversicherung (PKV) voraus. Ein wichtiger Grund: die Halbierung des Mindestbeitrags in der GKV für Selbstständige und Freiberufler auf 171 Euro im Jahr 2019. Daher werde es für diese Zielgruppe günstiger und somit attraktiver, im gesetzlichen Modell zu bleiben, so die Erwartung der Experten von Assekurata. Laut Marktausblick dürfte das Neugeschäftspotenzial in der PKV daher sinken.  

Öffnung der GKV für Beamte eher ungefährlich  

Und auch die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der GKV werde wohl negative Auswirkungen auf das Neukundengeschäft der PKV haben.

Das sogenannte „Hamburger Modell“ dürfte hingegen nur wenig Gefahr für die Branche darstellen. Denn: Abgesehen von Hamburg stünden die anderen Bundesländer den Beamten-Zuschüssen in der GKV bisher eher skeptisch gegenüber, heißt es im Marktausblick.

Auch die Beamten selbst scheinen wenig von dem System zu halten:

„Wie wir im Rahmen unserer turnusmäßigen Kundenbefragungen ermitteln konnten, würden im Schnitt nur 12 Prozent der Beihilfeempfänger bei einer entsprechenden Wahlmöglichkeit einen Wechsel in die GKV anstreben. Drei Viertel hingegen lehnen einen solchen Schritt ab“, so Gerhard Reichl, Autor der Untersuchung und Fachkoordinator Krankenversicherung bei Assekurata. Das Einkommen spiele dabei keine Rolle. Das Alter dafür schon: In der Altersklasse 65 und darüber würden nur noch 6,5 Prozent der Beamten in die GKV wechseln.

„Neben der Tatsache, dass ein Wechsel rein Gesetzes wegen nur für unter 55-Jährige möglich ist, dürfte dies ganz wesentlich damit zusammenhängen, dass sich die Beitragslast der Beihilfeempfänger im Alter stark reduziert “, meint Reichl. „Mit der Pensionierung steigt die Beihilfe üblicherweise von 50 Prozent auf 70 Prozent, wodurch der Versicherungsschutz auf 30 Prozent verringert werden kann.“

Beitragsanpassungen eher geräuschlos

Da es sich um eine Restkostenversicherung handelt, liegen die Anpassungssätze im Beihilfebestand laut Assekurata deutlich unter denen im Normalgeschäft. Die 2018er Anpassung sei, anders als im Vorjahr, „relativ geräuschlos“ vonstattengegangen. Sie hätten mit 4,3 Prozent (Nicht-Beihilfe) beziehungsweise 2,3 Prozent (Beihilfe) ziemlich genau dem langjährigen Assekurata-Durchschnitt entsprochen.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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