Arzt untersucht Patienten: Viele Menschen meiden aus Angst vor einer Corona-Ansteckung den Gang in die Arztpraxis. © Büro Foto erstellt von freepik - de.freepik.com
  • Von Hannah Dudeck
  • 28.05.2020 um 14:11
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Die Rating-Agentur Assekurata rechnet für dieses Jahr mit einem Ergebnisrückgang bei den privaten Krankenversicherern – Schuld ist die Corona-Krise. Ein Segment aber macht Hoffnung.

2020 könnte für die privaten Krankenversicherer ein schwieriges Jahr werden. Die Rating-Agentur Assekurata rechnet aufgrund der Verwerfungen an den Kapitalmärkten infolge der Corona-Pandemie mit einem Ergebnisrückgang für die Gesellschaften. Zudem sei bei der Vollversicherung nicht von einem steigenden Neugeschäft auszugehen.

Gestützt wird diese Einschätzung durch eine Umfrage unter Versicherern, die Assekurata in diesem Frühjahr erstmals durchgeführt hat. Von den elf Gesellschaften, die auf einen Marktanteil von knapp 47 Prozent kommen, beurteilt nur eine das derzeitige Geschäft mit der Vollversicherung als gut. Bei den künftigen Geschäftsaussichten äußerten sich lediglich zwei Unternehmen positiv.

Positive Entwicklung bei Zusatzversicherungen

Bezogen auf den Gesamtmarkt geben sich die Gesellschaften aber leicht optimistisch, was im Wesentlichen an der Zusatzversicherung liegt. Bei den Verträgen konnten die Versicherer laut Assekurata in diesem Bereich im vergangenen Jahr ein Plus von 2,1 Prozent vorweisen – vor allem getrieben durch die betriebliche Krankenversicherung. Die Pflegezusatzversicherung legte gegenüber dem Vorjahr mit einem Nettozuwachs von 110.000 Verträgen leicht zu, bleibt aber unter dem Niveau der Jahre vor 2017 zurück.

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„Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen gestaltet sich eine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr derzeit recht schwierig“, sagt Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung der Assekurata. Anders als im Vorjahr dürfte die Kapitalanlage diesmal das Rohergebnis der Unternehmen deutlich nach unten ziehen, so Reichl.

Leistungsausgaben sinken, Corona-Kosten noch unklar

Aufgrund rückläufiger Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte durch die Corona-Krise dürften die Leistungsausgaben zwar sinken, im Gegenzug kommen allerdings zusätzliche Belastungen, wie die Hygienepauschale und die Beteiligung an den Mehrkosten der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, auf die Branche zu. Darüber hinaus sei noch nicht geklärt, inwieweit auch die PKV bei den Kosten der geplanten Corona-Testausweitungen herangezogen werden soll. „Wenngleich sich in der Krankentagegeldversicherung schon jetzt ein Mehraufwand abzeichnet, erwarten wir nach derzeitigem Stand, dass die Leistungsausgaben 2020 unterm Strich geringer ausfallen“, sagt Reichl.

Je länger die Einschränkungen andauern, desto stärker werde die Zahl der Versicherten, die ihre Beiträge nicht zahlen kann, zunehmen, so Assekurata. „Bei den von uns gerateten Krankenversicherern können wir bislang allerdings noch keinen nennenswerten Anstieg von Nichtzahlern beziehungsweise Anträgen auf Beitragsstundung feststellen“, so Reichl. Dennoch sei das befristete Rückkehrrecht aus dem Basistarif zu begrüßen. Wer nach dem 15. März 2020 in einen Basistarif wechseln musste, habe nun innerhalb von drei Monaten nach Überwinden der Hilfsbedürftigkeit die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung in den Ursprungstarif zurückzukehren. Zeitlich beschränkt wurde dieses Sonderrecht auf zwei Jahre. „Hilfreich wäre es zudem, wenn die Politik im Zuge dessen eine alte Forderung unsererseits umsetzt und den Standardtarif auch für Versicherte, die nach dem 31. Dezember 2008 in die PKV gewechselt sind, dauerhaft wieder öffnet“, fordert Reichl.

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Hannah Dudeck

Hannah Dudeck arbeitet seit 1. April 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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