Abdulkadir Cebi ist Bereichsleiter Analyse bei der Ratingagentur Assekurata © Assekurata
  • Von Lorenz Klein
  • 25.10.2021 um 11:50
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„Der Absatz von Zahnzusatzversicherungen steigt kontinuierlich an“, weiß Abdulkadir Cebi, Bereichsleiter Analyse bei der Ratingagentur Assekurata. Pfefferminzia hat ihn gefragt, inwieweit es den Versicherern gelingt, trotz des scharfen Wettbewerbs profitabel zu wirtschaften und ob er im Zahnbereich einen Trend zur Premium-Absicherung beobachtet.

Pfefferminzia: „Als Lichtblick erweist sich wachstumsseitig weiterhin die Zahnzusatz- sowie die betriebliche Krankenversicherung, die immer mehr an Fahrt gewinnt“, heißt es im aktuellen Assekurata-Marktausblick zur privaten Krankenversicherung 2021 (wir berichteten). In der Tat teilte der PKV-Verband kürzlich gegenüber Pfefferminzia mit: „2020 hatten wir 16.935.100 Zahnzusatzversicherungen im Bestand (vorläufiger Wert). Das entspricht einem Plus von 539.200 Versicherungen beziehungsweise 3,29 Prozent gegenüber 2019.“  Inwieweit erweist sich dieses Wachstum aus Ihrer Sicht aber auch als profitabel?

Abdulkadir Cebi: Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich in der Regel um ein profitables Feld, auch wenn immer mehr Leistungen zu sehr attraktiven Beiträgen angeboten werden. Der Großteil der aktuellen Zahnzusatztarife ist nach Art der Schadenversicherung, also unter anderem ohne Alterungsrückstellungen, kalkuliert. Hierdurch können niedrige beziehungsweise attraktive Beiträge dargestellt werden. Gleichzeitig wirkt die sogenannte Zahnstaffel – also die maximale Erstattung in den ersten Versicherungsjahren – ein Stück weit positiv auf die Profitabilität. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, mit zielführenden Gesundheitsfragen bei Antragstellung die Profitabilität zu beeinflussen – wobei dieser Aspekt tendenziell kundenfreundlicher gestaltet wird.

Wie wirkt sich dies auf die Erträge der Anbieter aus?

Versicherer, die einen hohen Anteil an Zusatzversicherungen im Bestand haben, weisen hohe versicherungsgeschäftliche Ergebnisquoten auf – das heißt nach Abzug von Schadenzahlungen und Betriebskosten sind die Tarife noch sehr lukrativ. Das macht dieses Feld attraktiv. Zudem bieten Zahnzusatzversicherungen auch Kontaktanlässe, um Kunden weitergehend beraten zu können.

„Vor allem Premium-Tarife leisten auch bei hochwertiger Versorgung deutlich über 80 Prozent. Aber Leistungen und vor allem Beiträge unterscheiden sich stark“, lautet eine Erkenntnis, die beispielsweise der Versicherungsmakler Oliver Mest bereits vor über drei Jahren äußerte (siehe Gastbeitrag). Was beobachten Sie heute im Zahnbereich: Geht der Trend zur Premium-Absicherung?

Tarife mit höheren Leistungen erfreuen sich in einigen Häusern durchaus steigender Beliebtheit, in anderen wiederum auch nicht. Hier wirken neben der Beitragsgestaltung insbesondere differenzierte Ansprache- und Beratungskonzepte. Einen klaren Trend können wir nicht feststellen. Allerdings steigt der Absatz von Zahnzusatzversicherungen kontinuierlich an, sowohl als Einzelversicherung, als auch in der betrieblichen Krankenversicherung.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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