Armutsbericht 2016 Zahl der armen Rentner nimmt deutlich zu

Demonstration gegen Altersarmut
Demonstration gegen Altersarmut © dpa/picture alliance

Die Altersarmut in Deutschland hat kräftig an Fahrt gewonnen. Wie der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt ist die Quote altersarmer Rentner seit 2005 um 46 Prozent gewachsen.

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Alarmierend sei die Entwicklung bei Rentnerhaushalten, heißt es im Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen Rentner sei seit 2005 um 46 Prozent gewachsen – und damit so stark wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Waren 2003 rund 257.730 Menschen im Rentenalter auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, lag diese Zahl 2014 schon bei 512.262 Menschen – mit weiter steigender Tendenz.

Die Gründe für die Altersarmut sind oft politisch. Gravierend wirken sich allein die 2003 und 2005 eingeführten Nachhaltigkeits- und Riester-Faktoren auf die Ansprüche aus. Seit 2003 sind die Rentenerhöhungen 4,4 Prozent hinter der Lohnentwicklung zurückgeblieben. Bis 2029 werden es zusätzlich nochmal weitere 8 Prozentpunkte sein, heißt es in dem Bericht. Für einen Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren entspräche das einem Wertverlust von 2.939 Euro im Jahr.

Das Armutsrisiko von Frauen im Alter ist dabei besonders hoch. In der Rentenversicherung erhalten Frauen in Westdeutschland im Schnitt 566 Euro Altersrente – das ist nur gut halb so viel, wie Männer  mit durchschnittlich 1.022 Euro monatlich an Rente bekommen. In Ostdeutschland erhalten Frauen aufgrund der im Schnitt längeren Erwerbsbeteiligung 824 Euro an Rente, Männer dagegen 1.111 Euro.

„Altersarmut ist schon heute eines der großen sozialen Risiken. Sie droht aber in den nächsten Jahren zu einem Massenphänomen zu werden“, heißt es in dem Bericht.

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