Versicherungsmakler und Biometrie-Experte Philip Wenzel. © Privat
  • Von Philip Wenzel
  • 04.01.2021 um 13:36
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lesedauer Lesedauer: ca. 02:20 Min

Ist die Beitrags- oder Leistungsdynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich sinnvoll? Auf diese Frage geht Versicherungsmakler und Biometrie-Experte Philip Wenzel in seiner neuen Kolumne ein.

Alles wird teurer. Das Benzin, das Bier auf dem Oktoberfest und Versicherungen auch. In der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das an sich nicht so. Die Beiträge sind bis zum Vertragsende durchkalkuliert. Streng genommen wird der Beitrag dann jedes Jahr um die Inflation günstiger. Da der Versicherungsschutz ebenso pro Jahr um die Inflation abnimmt, kann es sinnvoll sein, eine Beitragsdynamik zu vereinbaren.

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Die Beitragsdynamik erhöht den Beitrag jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz. Die Höhe kann ich bei Vertragsschluss vereinbaren. Üblich sind hier 3 und 5 Prozent. Es gibt aber auch Anbieter, die das in 0,1-Prozent-Schritten ermöglichen und auch welche, die keinen festen Prozentsatz vereinbaren, sondern tatsächlich jedes Jahr um die Inflation erhöhen.

Der Kunde muss wissen, dass die versicherte Leistung sich bei 5 Prozent höherem Beitrag nicht automatisch auch um 5 Prozent erhöht. Die 5 Prozent mehr Beitrag kaufen neuen Schutz ein. Das ist dann in der Regel immer etwas weniger, da ich die Erhöhung mit meinem neuen Alter abschließe. Mit der Zeit kann hier eine erhebliche Differenz zwischen Beitrag und Leistung auftreten.

Kompliziert im Leistungsfall

Manche Tarife belassen es bei der ursprünglichen Berechnungsgrundlage und bei manchen findet die Erhöhung im dann gültigen Tarif statt. Das kann dann bedeuten, dass der Versicherungsschutz sich für die Dynamik verändert, weil es eine neue Klausel gibt. Im Leistungsfall ist das ziemlich kompliziert. Es kann aber auch bedeuten, dass ich in der Absicherungshöhe weniger bekomme, wenn der neue Tarif teurer ist als der ursprüngliche. Wenn er günstiger wird, ist das selbstverständlich super. Und wenn sich die Einstufung meines Berufs verbessert hat, dann läuft es auch für mich.

So weit, so gut. Ob und welche Höhe dieser Dynamik sinnvoll ist, muss ich individuell betrachten. Ich persönlich halte eine Dynamik zum Beispiel bei Beamten für übertrieben, da die Ansprüche an den Dienstherrn so schnell wachsen, dass der Bedarf in der Regel eher ab- als zunimmt.

Bei Angestellten und Selbstständigen sieht das aber schon anders aus. Oft will der Kunde mehr versichern, als über die Annahmerichtlinien machbar ist. Da kann es helfen, eine hohe Dynamik zu vereinbaren, um schnell auf die gewünschte Absicherungshöhe zu kommen.

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Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und Experte für biometrische Risiken. Er ist außerdem als Autor tätig. Regelmäßige Blog-Beiträge finden Sie beispielsweise hier: https://bsc-gmbh.com/philipwenzel/ oder hier https://www.worksurance.de/.

kommentare
Rolf-Peter Falk
Vor 10 Monaten

Haben Sie , Herr Wenzel, die Beamtenpension eines 35 Jährigen und 50 Jährigen verglichen und richtig gerechnet? Das „Wachstum“ ist minimal, da immer ein 10%iger Abschlag auf die Berechnung erfolgt. Dann noch die volle Steuer. Also was soll die Aussage?

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Rolf-Peter Falk
Vor 10 Monaten

Haben Sie , Herr Wenzel, die Beamtenpension eines 35 Jährigen und 50 Jährigen verglichen und richtig gerechnet? Das „Wachstum“ ist minimal, da immer ein 10%iger Abschlag auf die Berechnung erfolgt. Dann noch die volle Steuer. Also was soll die Aussage?

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