Drei Studenten aus Berlin machen im April 2018 Kniebeugen auf dem Tempelhofer Feld. Wer seine Arbeitskraft absichern möchte, sollte dies frühzeitig tun, denn die Beitragsbelastung ist unabhängig vom Eintrittsalter über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg betrachtet ähnlich hoch – wer früh abgesichert ist, zahlt also in der Regel nicht drauf und genießt zugleich längeren Schutz. © dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 20.02.2020 um 10:52
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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist wichtig, aber nicht immer erschwinglich. Temporäre BU-Tarife sollten eine günstige Alternative zum Vollschutz bieten, konnten sich am Markt aber nicht durchsetzen. Die Gründe für ihr Scheitern und wo BU-Versicherte heute sparen können, ohne auf Qualität zu verzichten, zeigen wir hier.

Und wo lässt sich viel Geld sparen, wenn man keine 21 Jahre alt mehr ist? Hier wird das Eis schon dünner. „Die Stellschrauben sind im Allgemeinen ja Laufzeit oder Rentenhöhe“, sagt Stephan Kaiser – und ergänzt, dass aber beides wichtig sei. „Was nutzt mir eine tolle BU in goldrichtiger Höhe, wenn sie nicht mehr existiert, wenn ich dann berufsunfähig geworden bin?“, gibt er zu bedenken. „Ebenso wenig habe ich von einer bezahlbaren BU mit einer Rente von vielleicht 500 Euro.“ In den meisten Fällen sei diese Summe sowieso auch über das Sozialversicherungsnetz abgesichert.

„Daher kann man sich nur überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, über die gesamte Laufzeit der BU bis zum Rentenalter die gleiche Höhe versichert zu haben, oder ob nicht zum Beispiel eine Aufteilung auf mehrere Verträge mit unterschiedlichen Laufzeiten und damit situativ angepassten BU-­Höhen sinnvoll und praktikabel wäre“, führt der Experte aus. Das könne beispielsweise dann der Fall sein, wenn das Haus irgendwann abbezahlt ist oder die Kinder ausziehen. Eventuell kämen auch Verträge aus den verschiedenen Bereichen der Arbeitskraftabsicherung infrage. Also zum Beispiel: den Grundbedarf durch die BU bis Renteneintritt decken, ergänzt durch eine passgenaue Schwere­-Krankheiten-­Police während der Hausfinanzierung.

„Reduzierung der Leistungsdauer auf deutlich unter 65/67 Jahre wenig sinnvoll“

Zurich-­Sprecher Engelien verweist auf folgende vertragliche Stellschrauben, an denen zumindest theoretisch zu drehen wäre: Verzicht auf Zusatzoptionen, wie etwa Pflegebausteine oder Arbeitsunfähigkeitsklausel, Verzicht auf dynamische Anpassungen im Leistungsfall, Reduzierung von Versicherungs­ und/oder Leistungsdauer sowie die Vereinbarung einer Karenzzeit. Diese Stellschrauben seien aber nur einsetzbar, „wenn im Rahmen der Beratung auf die Auswirkungen hinge­ wiesen wurde, der Kunde diese versteht und dessen Bedarfssituation angemessen ist“, betont Engelien – und warnt zugleich: „Eine Reduzierung der Leistungsdauer auf deutlich unter 65/67 Jahre halten wir für wenig sinnvoll.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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