Die Deutschen werden immer älter. Doch infolge der Zu- und Abwanderung von Menschen altern die Regionen unterschiedlich schnell. © picture alliance / Martin Ley
  • Von Achim Nixdorf
  • 14.10.2021 um 13:57
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Die Bevölkerung Deutschlands ist seit der Wende um fünf Jahre gealtert. Regional verläuft das Tempo jedoch unterschiedlich schnell, wie ein Langfristvergleich der GDV-Initiative „7 Jahre länger“ zeigt. Der Höhepunkt der Alterung steht noch bevor.

Die steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen haben die Bevölkerung Deutschlands seit der Wiedervereinigung deutlich altern lassen. So ist der Altersschnitt seit 1990 um fünf auf 44,6 Jahre gestiegen. In acht Kreisen – allesamt in Ostdeutschland – liegt er inzwischen sogar bei 50 Jahren oder mehr. Das zeigt eine Auswertung für alle bundesweit 401 Kreise auf Basis von Zahlen der Landesstatistikämter. Durchgeführt hat die Analyse die Initiative „7 Jahre länger“, die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) getragen wird.

„Der demografische Wandel zeichnet sich immer deutlicher ab“, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Der Höhepunkt der Alterung stehe aber noch bevor: „In dieser Dekade gehen die Babyboomer in Rente. Dann bricht die demografische Welle.“ Bund, Länder und Gemeinden müssten daher mehr tun, um die Folgen der Alterung zu bewältigen. „Es geht um ein nachhaltiges Rentensystem. Es geht um genügend Betreuungsplätze. Es geht aber auch um mehr digitale Angebote, um älteren Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben zu ermöglichen“, wie Schwark betont.

Quelle: Initiative „7 Jahre länger“, Destatis, Landesstatistikämter
Großes Stadt-Land-Gefälle

Wegen der Zu- und Abwanderung von Menschen altern die Regionen unterschiedlich schnell. So trennen die älteste Stadt Suhl (Altersschnitt: 51 Jahre) und die jüngste Stadt Heidelberg (Altersschnitt: 40,7 Jahre) der Untersuchung zufolge mehr als zehn Jahre. Generell sind es die Universitätsstädte sowie die boomenden Metropolen, deren Einwohner deutlich jünger sind. Noch Anfang der 1990er-Jahre gab es dieses ausgeprägte Stadt-Land-Gefälle nicht.

„Die demografische Entwicklung verläuft parallel zur wirtschaftlichen“, sagt Schwark. Damit die Schere zwischen den Regionen nicht weiter auseinander gehe, brauche es Impulse für den ländlichen Raum. „Wirtschaftliche Perspektiven sind wichtig, um junge Menschen zu halten“, so der Verbandsfunktionär weiter. Neue Chancen könnten sich auch durch den Trend zum mobilen Arbeiten ergeben: „Homeoffice bindet die Metropolen und ihr näheres Umland enger aneinander und kann die Landflucht bremsen.“

Anteil der Hochaltrigen fast verdoppelt

Die fortschreitende Alterung Deutschlands zeigt sich auch an der Zahl der über 80-Jährigen. „Ende 2020 lebten rund 5,9 Millionen in Deutschland, 1990 waren es rund drei Millionen. Der Anteil der sogenannten Hochaltrigen hat sich seitdem von 3,8 auf 7,1 Prozent fast verdoppelt“, teilen die Studienautoren mit. In acht Landkreisen habe bereits jeder zehnte Einwohner diese Altersgrenze überschritten – am höchsten sei der Anteil in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt mit 11,2 Prozent.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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