Johannes Sczepan, Geschäftsführer von Plansecur, rät aktuell eher auf aktiv gemanagte Fonds zu setzen und weniger auf passive. © Plansecur
  • Von Manila Klafack
  • 03.09.2020 um 13:46
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In der aktuellen Krise empfiehlt Finanzexperte Johannes Sczepan, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Plansecur, nicht auf indexbasierte Fonds zu setzen. Aussichtsreicher seien aktiv gemanagte Fonds. Zudem erklärte Sczepan, dass er in diesem Jahr keinen wirtschaftlichen Aufschwung mehr erwarte.

Digital- und Medizinwerte jetzt ins Portfolio aufnehmen und sich dafür von Luftfahrt-, Touristik-, Banken- und Automobilwerten trennen, lautet der Tipp von Johannes Sczepan, Geschäftsführer der Finanzberatungsgruppe Plansecur. Das aktuelle Portfolio sollte seiner Ansicht nach jetzt auf Schwachstellen durchleuchtet werden.

„In der Krise kommt es weit mehr als zuvor auf die Wahl der richtigen Fonds an. Erfahrene Fondsmanager können Wertverluste ein Stück weit begrenzen und vor allem neue Chancen dynamisch nutzen“, erklärt der Plansecur-Chef. „Daher sind Fonds, die aktiv gemanagt werden, empfehlenswerter als börsengehandelte Exchange Traded Funds, also ETFs, die blind an Marktindizes gebunden sind.“

Ein gutes und aktuelles Beispiel dafür sei der Wirecard-Skandal. „Während viele aktiv gemanagte Fonds die Position Wirecard schon lange vor dem Skandal mit Gewinn veräußert hatten, sitzen die ETFs in solchen Fällen so lange auf dem Investment, wie der Wert im Index bleibt“, stellt Sczepan fest.

Börsenerholung erst 2021

Die Auswahl der Fonds sollte besser den Profis überlassen werden, findet der Finanzexperte. Neben dem „richtigen“ Fondsverwalter würden die gewählten Zielbranchen und die geografische Verteilung der Anlagen eine maßgebliche Rolle spielen. Für das laufende Jahr sieht Sczepan keine Aussichten mehr für eine umfassende wirtschaftliche Erholung. Einen Aufschwung erwartet er frühestens ab 2021. „Die Börsen haben das Jahr 2020 längst abgehakt und konzentrieren sich auf die Zeit danach. In dieser Perspektive ab 2021 liegen auch die derzeit hohen Kurse begründet“, sagt er.

Zwar könnte eine Insolvenzwelle in diesem Herbst der Börse noch einmal einen Rücksetzer verpassen, aber das sei eher ein Grund zum Investieren statt zur Panik. Wer es sich leisten könne, der solle im Rahmen eines Fondssparplans einen monatlichen Festbetrag einzahlen, um die Kursschwankungen auszugleichen, so die Empfehlung des Experten. Dafür müsse allerdings eine „Wohlfühlliquidität“ vorhanden sein, betont Sczepan. Gemeint sei damit Kapital, dass in der kommenden Zeit nicht gebraucht werde. 

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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