Im Vergleich dazu lag das gesamte bilanzielle Eigenkapital der Lebensversicherer Ende 2016 bei etwa 16 Milliarden Euro. „Damit haben die deutschen Lebensversicherer in den vergangenen sechs Bilanzjahren bereits knapp das Dreifache ihres bilanziellen Eigenkapitalbestands als zusätzliche Zinsvorsorge nachreserviert“, so Heermann. „Allein für die ZZR-Zuführung im Jahr 2016 mussten die Lebensversicherer rechnerisch 1,60 Prozent Nettozins aus ihren Kapitalanlagen erwirtschaften, was in dem extremen Niedrigzinsumfeld keine Selbstverständlichkeit ist.“

Reservebedarf setzt sich in großen Schritten fort

Und wie sieht es mit der künftigen Entwicklung der ZZR aus? Bleibt es bei den aktuellen Zinsen würde der Referenzzins 2017 auf 2,17 Prozent sinken. Dann wären zum ersten Mal auch Verträge mit einem Rechnungszins von 2,25 Prozent betroffen, die mehr als 15 Prozent der gesamten konventionellen Deckungsrückstellung ausmachen. Erholt sich das Zinsniveau auch in den Folgejahren nicht, so wären ab 2019 weitere 10 Prozent der Bilanzverpflichtungen mit einem Rechnungszins von 1,75 Prozent erstmals reservepflichtig.

„Um die langfristige Belastung der Branche durch die ZZR-Anforderungen genauer abschätzen zu können, haben unsere Analysten zusätzliche Szenarien mit einem Prognosehorizont bis zum Jahr 2025 entwickelt“, so Heermann. „Unter der Annahme eines anhaltenden Niedrigzinsniveaus mit leicht schwankenden Zinsen ergibt sich bis zu diesem Zeitpunkt ein gesamtes ZZR-Volumen von rund 200 Milliarden Euro.“

Überforderung einiger Versicherer

Für 2017 rechnet Assekurata unter einem stagnierenden Zinsumfeld mit einer weiteren ZZR-Zuführung von 20 Milliarden Euro, was einem neuen Höchstwert entspräche.

Für einzelne Versicherer könnte das zu viel werden. Das gelte übrigens auch für den Fall deutlich steigender Zinsen und einem damit verbundenen Sinken der Bewertungsreserven auf festverzinsliche Kapitalanlagen, die derzeit noch zur Finanzierung der ZZR zur Verfügung stehen.