Allianz-Flaggen: Der Versicherer gehört zu den Anbietern, die laut Ascore-Auswertung trotz Zinszusatzreserve gut dastehen. © Allianz
  • Von Hannah Dudeck
  • 23.04.2020 um 11:50
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Welche Lebensversicherer sind durch hohe Garantien aus Altverträgen besonders stark belastet? Das Analysehaus Ascore hat anhand verschiedener Kennzahlen knapp 70 Versicherer unter die Lupe genommen. Welche acht Versicherer dabei am besten klarkommen, erfahren Sie hier.

Lebensversicherer stehen im Niedrigzinsumfeld vor der Herausforderung, Verpflichtungen aus Verträgen mit hohen Garantien sicherzustellen. Für Bestände mit hohen Rechnungszinsen bilden die Anbieter jährlich jeweils für die kommenden 15 Jahre eine höhere Deckungsrückstellung (DRS) beziehungsweise eine zusätzliche Reserve, die sogenannte Zinszusatzreserve (ZZR).

Wie stark einzelne Lebensversicherer durch die ZZR belastet werden, hat das Analysehaus Ascore ermittelt. Mithilfe eines Unternehmens-Scorings haben die Analysten mehrere Kennzahlen von knapp 70 Lebensversicherern ausgewertet, darunter:

  • der mittlere bilanzielle Bestandsrechnungszins unter Berücksichtigung des Referenzzinssatzes (durchschnittliche Garantieverzinsung),
  • der Anteil des Verpflichtungsvolumens mit Rechnungszins von über dem aktuellen Referenzzins am gesamten Verpflichtungsvolumen,
  • Anteil der Zinszusatzreserve in Prozent an der gesamten Deckungsrückstellung,
  • die durchschnittliche Restlaufzeit beziehungsweise eine Duration der von der Zinszusatzreserve betroffenen Verträge.

Auch die Nettoverzinsung sei indirekt betroffen, heißt es von Ascore, sodass zusätzlich das Kriterium der modifiziertem Nettoverzinsung einfließt, das Sondereffekte aufgrund der ZZR berücksichtigt. Je höher die durchschnittliche Garantieverzinsung sowie das Verpflichtungsvolumen mit höherem Rechnungszins, desto größer ist die Belastung im Schnitt, analysiert Ascore.

Gut stehen der Auswertung zufolge acht Versicherer da. Bei ihnen liegen die Werte den Analysten zufolge im grünen Bereich. Diese Versicherer sind (alphabetisch geordnet):

Aachen-Münchener
Modifizierte Nettoverzinsung (Drei-Jahres-Durchschnitt): 3,65 Prozent
Durchschnittliche Garantieverzinsung: 1,95 Prozent
Verpflichtungsvolumen mit Rechnungszins über 2,09 Prozent: 78,66 Prozent
Anteil der ZZR an der gesamten Deckungsrückstellung: 7,24 Prozent

Allianz
Modifizierte Nettoverzinsung (Drei-Jahres-Durchschnitt): 3,47 Prozent
Durchschnittliche Garantieverzinsung: 1,81 Prozent
Verpflichtungsvolumen mit Rechnungszins über 2,09 Prozent: 65,00 Prozent
Anteil der ZZR an der gesamten Deckungsrückstellung: 6,23 Prozent

Alte Leipziger
Modifizierte Nettoverzinsung (Drei-Jahres-Durchschnitt): 3,49 Prozent
Durchschnittliche Garantieverzinsung: 1,94 Prozent
Verpflichtungsvolumen mit Rechnungszins über 2,09 Prozent: 73,75x Prozent
Anteil der ZZR an der gesamten Deckungsrückstellung: 7,80 Prozent

Cosmos
Modifizierte Nettoverzinsung (Drei-Jahres-Durchschnitt): 3,36x Prozent
Durchschnittliche Garantieverzinsung: 1,67 Prozent
Verpflichtungsvolumen mit Rechnungszins über 2,09 Prozent: 58,90 Prozent
Anteil der ZZR an der gesamten Deckungsrückstellung: 5,77 Prozent

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Hannah Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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