In allen vier Szenarien stieg die Armutsrisikoquote an. © DIW
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  • 29.05.2019 um 01:17, aktualisiert am 29.05.2019 um 02:14
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Ein niedrigeres gesetzliches Rentenniveau würde das Risiko vieler Bundesbürger, in der Altersarmut zu landen, deutlich erhöhen. Das zeigt eine Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Hier kommen die Details.

Sinkt das Niveau der gesetzlichen Rente hierzulande von heute 48 Prozent auf etwa 43 Prozent im Jahr 2045, würde das die Armutsrisikoquote bei Älteren deutlich nach oben treiben. Genauer: um bis zu 20 Prozent, wenn sich an den derzeitigen Rahmenbedingungen nichts änderte. Auch der Anteil der Grundsicherungsbezieher im Alter würde dann deutlich wachsen.

Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). „Die Gefahr der Altersarmut droht sich infolge des sinkenden Rentenniveaus zu verschärfen“, sagt Johannes Geyer, DIW-Rentenexperte und einer der Studienautoren.

Es müsse daher Auffang-Maßnahmen bei der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge geben, und das möglichst schnell. „Die Zeit läuft davon. Man muss Lösungen finden, die die Rente nicht nur finanziell, sondern auch sozial nachhaltig auszugestalten“, fordert Geyer.

Armutsrisikoquote steigt in allen vier Szenarien

Die Auswirkungen des bis zum Jahr 2045 sinkenden Rentenniveaus haben Hermann Buslei, Björn Fischer, Johannes Geyer und Anna Hammerschmid anhand von vier Szenarien untersucht, die sich in der allgemeinen Preisentwicklung und in den Unterkunftskosten als wichtiger Komponente der Grundsicherung unterscheiden.

Den Berechnungen zufolge steigt die Armutsrisikoquote in allen Szenarien, und zwar um 2,1 bis 3,5 Prozentpunkte. Ausgehend von 17,5 Prozent aller mindestens 65-Jährigen, die im Jahr 2015 hierzulande von Armut bedroht waren, entspricht das einem Anstieg von bis zu einem Fünftel. Nähmen die Unterkunftskosten zudem um mehr als 3 Prozent jährlich zu, würde auch der Anteil der Grundsicherungsempfänger deutlich zulegen. Bei einer schwächeren Entwicklung der Unterkunftskosten von jährlich 1,4 Prozent würde diese Quote abnehmen.

bAV und private Vorsorge stärken

Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, sprechen sich die DIW-Experten für einen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung (bAV) aus. Man müsse außerdem Geringverdienern die private Vorsorge ermöglichen, so eine weitere Forderung. Darüber hinaus sei es wichtig, dass die Politik durch weitere Reformen in den Bereichen Bildung, Arbeit und Steuern, die Beschäftigungsmöglichkeiten verbessere und langfristig dem Altersarmutsrisiko vorbeuge.

Quelle: DIW

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