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Staatlicher Pensionsfonds statt „immer länger arbeiten“ Wie eine Ratingagentur das Rentensystem retten will

Ruheständler auf einem Spaziergang: Die Ratingagentur Scope hat sich einen Plan ausgedacht, wie die Renten von Morgen stabilisiert werden könnten.
Ruheständler auf einem Spaziergang: Die Ratingagentur Scope hat sich einen Plan ausgedacht, wie die Renten von Morgen stabilisiert werden könnten. © Pixabay

Die Bundespolitik beschäftigt ein Thema besonders stark: Die Zukunft der Rente. Häufig gibt es neue Konzepte, aber nie sind alle Politiker zufrieden. Die Ratingagentur Scope hat sich nun einen ganz neuen Ansatz überlegt. Sie sieht die Lösung in einem staatlichen Pensionsfonds. Hier kommen die Details.

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Länger arbeiten und trotzdem weniger Rente bekommen: Viele Deutsche fürchten sich vor dem Rentensystem der Zukunft. Experten von der Ratingagentur Scope haben sich im Rahmen eines Ratings daher ein ganz eigenes Konzept ausgedacht, wie die Politik die Versorgungslücke schließen könnte: „Ein staatlicher Pensionsfonds könnte den jüngeren Generationen als Entschädigung für ihre gegenwärtige Belastung dienen“, findet Bernhard Bartels, verantwortlicher Scope-Analyst.

Er sieht das Problem darin, dass das System derzeit noch immer Rentner bevorzugt, die kurz vorm Ruhestand stünden. Mit einem geförderten Personenfonds hingegen würde die bisherige umlagefinanzierte Rente mit einer kapitalgedeckten Rente aufgestockt werden, sagt er. Damit würden nicht nur die heutigen Rentner profitieren, sondern auch die zukünftigen Generationen. 

Auch entsprechende Regeln hat Scope bereits vorgesehen, wie Focus Online berichtet:

Auszahlungen dürfen erst nach mindestens 20 Jahren erfolgen und den Kapitalstock nicht verringern. Auch sollten Rentner das Geld aus dem Fonds erst ab dem 67. Geburtstag ziehen dürfen. 

Die Scope-Experten gehen in ihrer Rechnung von einer Kapitalausstattung in Billionenhöhe aus. Zum Vergleich: Das heutige Rentensystem musste im vergangenen Jahr rund 302 Milliarden Euro ausgeben und nahm im Gegenzug weniger ein: 235 Milliarden Euro Beitragsgelder. 

Nun stellt sich aber die Frage: Woher soll das Geld für den Fonds kommen?  

Scope will, dass sich das Kapital jedes Jahr zu jeweils 50 Prozent aus Steuern und aus staatlichen Schulden finanziert. Jedes Jahr würde das Kosten in Höhe von 34 Milliaren Euro verursachen. Zum Vergleich: Der Steuerzuschuss für das Umlageverfahren im Jahr 2018 lag, wie Focus Online berichtet, bei 94 Milliarden Euro. 

Scope rechnet damit, dass bei einer jährlichen Einzahlung von einem Prozent der deutschen Wirtschaftseinnahmen ab 2039 die ersten Zahlungen an Rentner gehen könnten. „Deutschlands alternde Gesellschaft bringt das umlagefinanzierte Rentensystem an seine Grenzen. Ein kreditfinanzierter Staatsfonds kann dazu beitragen, die Renten für junge Generationen zu stabilisieren – ohne die Kreditwürdigkeit des Landes zu gefährden“, so Bartels dazu. 

Wenn, dann jetzt 

Die Scope-Analysten sehen gerade jetzt einen passenden Moment für ihr Konzept. Denn im Moment gibt es bei zehnjährigen Bundesanleihen Minuszinsen. Heißt: Das Bundesfinanzamt bekäme von seinen Investoren derzeit noch Geld dafür geschenkt, wenn es dem Staat Geld gäbe. „Der Fonds könnte sich auf diese Weise günstig finanzieren und den Kapitalstock innerhalb von 20 Jahren auf mehr als eine Billion Euro heben“, folgert Bartels daraus. 

Laut Scope-Rechnung könnten so bis 2039 insgesamt Schulden in Höhe von 440 Milliarden Euro aufgenommen und angelegt werden. Dazu kämen dann noch die Setuerzuschüsse in Höhe von 395 Milliarden Euro. Scope rechnet dann mit einer jährlichen Rendite von rund 4 Prozent.

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