Die Deutschen stecken in der Vorsorgefalle: Die staatliche Rente reicht allenfalls zur Grundsicherung, darum wird individuelle Vorsorge immer wichtiger. Doch gerade jüngere Anleger haben aufgrund fehlender Zinsen und Zinseszinsen große Mühe, einen Kapitalstock aufzubauen, weil sie ihr Geld oft in wenig rentable, aber vermeintlich sichere Sichteinlagen der Banken stecken. Mit schwerwiegenden Folgen: Laut einer Studie der DZ Bank sind den deutschen Sparern seit Beginn der Euro-Krise vor fünf Jahren insgesamt 190 Milliarden Euro an Zinsen entgangen.

Auch klassische Anlageformen zur Altersvorsorge wie Renten- und Lebensversicherungen werfen kaum noch etwas ab: Der Garantiezins für Neuverträge sank mit dem Lebensversicherungs-Reformgesetz LVRG zum 1. Januar 2015 auf nur noch 1,25 Prozent. Als einer der ersten Anbieter gab die Generali im Mai 2015 bekannt, sie ziehe sich ganz aus dem Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen zurück und bietet in Neuverträgen gar keinen Garantiezins mehr an. Andere Versicherer dürften diesem Beispiel folgen. Anlegern bleibt so von ihrem Geld fürs Alter nur wenig übrig.

Wohl dem, der Aktien hat

Diese Entwicklungen zwingen Sparer also praktisch dazu, andere Wege zur Geldanlage zu finden. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen lohnt sich die Beteiligung am Aktienmarkt, denn Aktien sind derzeit die einzige Anlageform, die noch auskömmliche Renditen bietet. Die traditionell eher vorsichtigen Anleger hierzulande tun sich damit jedoch schwer. Nur etwa 10 Prozent des privaten Geldvermögens in Deutschland steckt in Aktien – nicht einmal die Hälfte des Anteils, den private Haushalte in anderen Ländern Europas halten.

Einer der Gründe: Aktien unterliegen Kursschwankungen und Anleger befürchten, sie setzen damit Teile ihrer Altersvorsorge unnötig aufs Spiel. Doch je länger der Anlagehorizont ist, desto eher können solche Schwankungen ausgeglichen werden. Dieses Prinzip zeigt sich in der Faustformel, die empfiehlt, sich bei einem Engagement in Aktien am Lebensalter zu orientieren (Aktienquote = 100 minus Lebensalter).

Nur: Die Umsetzung dieser Formel stellt viele, gerade unerfahrene Anleger vor große Herausforderungen, angefangen von der Auswahl der Einzeltitel bis zur laufenden Anpassung der Aktienpositionen an Vermögensentwicklung und Lebensalter. Für sie sind die sogenannten Zielsparfonds eine Möglichkeit, um planbar, sicher und ertragreich – auch in Aktien – zu investieren.

Die Idee der Laufzeitfonds: einfach planbar vorsorgen

Zielsparfonds sind Mischfonds, die ihre Zusammensetzung der zuvor festgelegten Laufzeit anpassen. Das Prinzip: Je weiter der voraussichtliche Kapitalabruf entfernt ist, desto mehr sind die Fonds in etwas riskantere, renditestarke Anlageformen engagiert. Über die Laufzeit schichten sie in risikoärmere und festverzinsliche Anlagen um. Zielsparfonds, auch Laufzeit-, Life-Cycle- oder Targetfonds genannt, wurden vor allem für Langzeitsparer entwickelt, die damit für größere Anschaffungen, die Ausbildung der Kinder oder die eigene Altersvorsorge sparen wollen.

Die Idee der Zielsparfonds ist nicht ganz neu: Schon früh entwickelte die Fondsindustrie Laufzeitfonds mit vergleichbarem Ansatz – als guten Mittelweg zwischen Sicherheit und Rendite. Diese Angebote früherer Prägung waren ebenfalls mit festem Zieldatum versehen und investierten zu Beginn ihres Lebenszyklus in Aktien und dann in Rentenpapiere, um so das investierte Kapital und erzielte Gewinne zum Laufzeitende abzusichern. Je nach Konzept versprachen sie bis zu 100 Prozent Kapitalschutz.

Nur: Bei starkem Rückgang der Aktienkurse mussten die Fonds ihr Geld von den Börsen abziehen, um diese Garantien abzusichern. So gingen die Fonds in die Cash-Lock-Falle, zum Laufzeitende war kein weiterer Wertzuwachs mehr möglich, denn alles Kapital steckte in Geldmarktpapieren fest.