Altersvorsorge Rentenversicherungs-Chefin will Versicherungspflicht für Selbstständige

Gundula Roßbach ist Chefin der Deutschen Rentenversicherung.
Gundula Roßbach ist Chefin der Deutschen Rentenversicherung. © DRV

Etwa 4 Prozent der Selbstständigen in Deutschland sind im Alter auf Grundsicherung angewiesen. Gundula Roßbach, Chefin der Deutschen Rentenversicherung, fordert daher nun eine Rentenversicherungspflicht für diese Gruppe.

10.04.2017 09:44  Drucken

„Ich würde eine Versicherungspflicht für Selbstständige begrüßen – auch im Interesse der Selbstständigen“, sagt Gundula Roßbach, Chefin der Deutschen Rentenversicherung im Gespräch mit der Rheinischen Post. Selbstständige seien überdurchschnittlich häufig von Altersarmut bedroht.

So bräuchten knapp 4 Prozent im Alter Grundsicherung um über die Runden zu kommen. Bei den ehemaligen Angestellten liege dieser Anteil bei nur 2 Prozent.

Mütterrente und Rente mit 63 sieht Roßbach dagegen nicht als geeignetes Mittel gegen Altersarmut an. „In den Fällen, in denen die Mütterrente vollständig auf die Grundsicherung angerechnet wird, hilft sie armen Rentnerinnen wenig. Und die Rente mit 63 nutzen vor allem Männer, die lückenlos erwerbstätig waren und gut verdient haben.“

2015 gab es 247.000 Anträge auf die Rente ab 63, 2016 waren es 241.000 Anträge. „Seit Inkrafttreten des Gesetzes im Juli 2014 bis Ende letzten Jahres haben wir 695.000 Anträge bekommen. Das liegt innerhalb unserer Erwartungen“, so Roßbach.

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