Robert Peres ist Gründer der Initiative Minderheitsaktionäre. © Initiative Minderheitsaktionäre
  • Von Redaktion
  • 12.11.2021 um 12:10
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Um die Rentenversicherung hierzulande zu stützen, prüfen die Ampelparteien derzeit das Konzept einer Aktienrente. Nach Ansicht von Robert Peres, Gründer der Initiative Minderheitsaktionäre, hat diese Idee durchaus Charme. Warum, lesen Sie in seinem Gastbeitrag.

Der Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung übersteigt in diesem Jahr die 100-Milliarden-Euro-Marke. In wenigen Jahren werden zwei Beitragszahler einen Rentner finanzieren müssen. Die demografische Entwicklung in Deutschland hat das Blümsche Mantra „Die Rente ist sicher“ nachhaltig erschüttert. Wie kann man einer drohenden Rentenlücke für die nächste Generation von Rentnern, den sogenannten Boomern, entgehen? Die Politik hat als eine mögliche Lösung die Einbeziehung von Aktien in der gesetzlichen Rente vorgeschlagen.

Eine zukunftsfähige Lösung zur Finanzierung des Rentensystems liegt zweifelsohne in Aktien, da diese eine der wenigen Anlageklassen mit einem echten effektiven Inflationsschutz darstellt. So lassen sich in der anhaltenden Phase niedriger und zum Teil negativer Zinsen auskömmliche Renditen fast nur noch mit Aktien erzielen. Die durchschnittliche Aktienrendite des Dax für den Zeitraum 1980 bis Ende 2020 liegt bei über 8 Prozent. Ein Wert, der für viele alternative Sparprodukte nahezu unerreichbar ist. Eine internationale Betrachtung der Aktienindizes kommt auch für längere Zeiträume auf durchschnittliche Aktienrenditen von 6 bis 9 Prozent. Aus diesem Grund könnten Aktien für das Modell der kapitalgedeckten Altersvorsorge zum entscheidenden Puzzleteil in Deutschland werden.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP diskutieren im Zuge der aktuell stattfindenden Koalitionsgespräche die wohl umfassendsten Reformen des deutschen Altersvorsorgesystems seit der Agenda 2010. Die FDP hat als Vorschlag die Aktienrente im Gepäck: Die Partei möchte demnach einen noch zu bemessenden Grundstock der gesamten Beitragsleistungen in Aktien investieren.

Teilweise Kapitaldeckung zur Entlastung des Umlagesystems

Ein solches teilweise kapitalgedecktes System könnte nach Ansicht der Liberalen mittelfristig zu einer Entlastung der Umlagefinanzierung führen und damit eine wichtige Rolle zur langfristigen Sicherung des Rentenniveaus leisten. Aus diesem Grund schlagen sie vor, das Rentensystem künftig um eine Aktienrente zu ergänzen und die Altersvorsorge somit auf zwei Säulen zu stellen.

Bündnis 90/Die Grünen dagegen plädieren für einen Bürgerfonds, der zwar ebenfalls auf Wertpapieren aufbaut, aber außerhalb der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte quasi als Standardprodukt zur privaten Altersvorsorge dienen soll. Damit könnte eine Alternative zur Riester-Rente geschaffen werden, die sich im Nachhinein als zu teuer und nicht effektiv erwiesen hat. Ähnlich wie in einigen skandinavischen Ländern sollen die Gelder der privaten und betrieblichen Altersversorgung durch einen öffentlich-rechtlichen Fonds gesammelt und verwaltet werden.

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