Altersvorsorge Die Deutschen sind bei Aktien zu vorsichtig

Thomas Pfaff
Thomas Pfaff © Vorstandsvorsitzender des Sparkassen Brokers

In Deutschland sorgen nur rund zwei Drittel der Bevölkerung für das Alter vor. Das ergab kürzlich eine Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Doch beim Thema Altersvorsorge sollten die Deutschen dringend umdenken – gerade bei der Wahl ihrer Geldanlage, findet Thomas Pfaff, Vorstandsvorsitzender des Sparkassen Brokers.

| , aktualisiert um 13:49  Drucken
Viele Deutsche vernachlässigen die finanzielle Altersvorsorge und dieser Trend wird durch die anhaltende Niedrigzinsphase weiter verschärft. Seit auf die jahrzehntelangen Zinsbringer wie Sparbücher oder Bausparverträge kein Verlass mehr ist, wird das Ersparte allzu gerne für den Konsum, für Reisen oder größere Anschaffungen ausgegeben. Besonders bei jungen Leuten ist das Problembewusstsein noch nicht endgültig angekommen – sie sorgen sich kaum um ihre finanzielle Zukunft. Nur etwa jeder Zweite zwischen 14 und 29 Jahren hat sich überhaupt schon einmal mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt. Dabei gilt nach wie vor: Je früher man mit dem Sparen anfängt, umso größer ist am Ende das Polster für ein Alter ohne Sorgen.

Nur Sparen reicht nicht

Doch beim Thema Altersvorsorge ist es mit dem reinen Sparen nicht getan: Intelligent für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit vorzusorgen heißt, sein Erspartes langfristig profitabel anzulegen. Wer das nicht macht, misst dem Thema einen zu geringen Stellenwert bei. Nur etwa jeder Zehnte nutzt Aktien zur Altersvorsorge. Wenn die Deutschen Geld für das Alter zur Seite legen, dann am liebsten mit Immobilien – jeder Zweite hält das für die sicherste Geldanlage. Knapp ein Viertel der Bevölkerung bevorzugt einen Bausparvertrag und viele investieren nach wie vor in Gold.

Bei Aktien sind die Deutschen zu vorsichtig. Doch woran liegt das? Schrecken die Risiken einer Aktienbeteiligung die Anleger hierzulande ab? Fakt ist, dass es in der deutschen Gesellschaft ein fest verankertes Bedürfnis nach Sicherheit gibt. Doch wer sein Vermögen nur sicher anlegt, muss in Kauf nehmen, dass es nicht wächst und in Zukunft sogar weniger wert ist – das sind schlechte Voraussetzungen für die Altersvorsorge. Dividenden und Kurssteigerungen machen Aktien langfristig nach allen Erfahrungen zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Vermögensplanung. Seit dem Finanzcrash nach der Jahrtausendwende hat sich der Dax beispielsweise vervierfacht. Aber nur eine Minderheit der Deutschen fuhr diese Gewinne auch tatsächlich ein.

Langfristig und breit gestreut

Aktuell sitzt ein Großteil der deutschen Sparer auf Zinsprodukten, mit denen unter dem Strich Geld verloren wird. Gleichzeitig wird übersehen, dass Aktien trotz aller Börsenkrisen in den letzten dreißig Jahren durchschnittlich sechs bis acht Prozent Rendite gebracht haben. Bei einer Wertpapieranlage für die Altersvorsorge kommt es auf eine breite Streuung und einen langen Atem an, um Verlustrisiken zu begrenzen und die Renditechancen zu erhöhen. Eine diversifizierte Vermögensstruktur verbunden mit einer langfristigen Anlagestrategie bildet die stabile Basis für eine nachhaltige Altersvorsorge. Die seit einiger Zeit wieder steigenden Aktionärszahlen zeigen, dass viele Sparer im aktuellen Niedrigzinsumfeld die Aktie als rentable Anlagealternative wieder schätzen gelernt haben.

Über den Autoren:

Thomas Pfaff verantwortet als Vorsitzender des Vorstandes beim Sparkassen Broker unter anderem die Bereiche Vorstandsstab & Gesamtbanksteuerung, Personal, Finanzen/Controlling sowie Organisation/IT.
Pfefferminzia HIGHNOON