Altersvorsorge auf Japanisch Was japanische Versicherer nach dem Finanzcrash machten

Japan: Im Land der aufgehenden Sonne läuft so einiges anders als bei uns. Das gilt nicht nur für Hypochondrie und Essen. Auch der Versicherungsmarkt tickt anders.
Japan: Im Land der aufgehenden Sonne läuft so einiges anders als bei uns. Das gilt nicht nur für Hypochondrie und Essen. Auch der Versicherungsmarkt tickt anders. © Getty Images

In Japan brachen die Finanzmärkte bereits in den neunziger Jahren ein. Aktienkurse und Immobilienpreise gingen in den Keller. Acht japanische Lebensversicherer meldeten Insolvenz an. Wie die japanischen Versicherer reagierten und was sie an ihrem Vertriebsmodell änderten.

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Als Reaktion auf den kriselnden Finanzmarkt begannen japanische Versicherer das Investmentrisiko zunehmend auf ihre Kunden zu verlagern und den Fokus auf Variable Annuitäten und profitable Policen mit biometrischen Risiken zu legen, erklärt das Finanznetzwerk AMC. Den Vertrieb verlagerten sie zudem in sogenannte Insurance Shops. Dabei handelt es sich um Ladenlokale an Orten mit viel Laufkundschaft. Die Beratung erfolgt provisionsbasiert.

Außerdem sollen die Japaner ihre Kostenstrukturen gestrafft und die aktive Kundenkommunikation ausgebaut haben, um die Stornoquote zu senken. Für japanische Kunden sei zudem ein ausgezeichneter Service besonders wichtig.

Auf einem Branchentreffen von AMC Finanzmarkt diskutierten Vertreter des deutschen Versicherungsmarktes darüber, ob der japanische Weg für deutsche Lebensversicherer ein Vorbild sein könnte. Das verhaltene Fazit: Japanische Versicherungsprodukte und ein in die Zukunft verlagertes Risiko seien nur begrenzt zur Nachahmung empfohlen.
Pfefferminzia HIGHNOON