11
Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

Altersvorsorge „15 Prozent Aktienanteil sind heutzutage das Minimum“

Die Diskussionsrunde, von links: Carsten Zielke, Eckhard Sauren, Paul Matthews, Moderator Marc Surminski, Jeff Regazzoni, Claus Mischler und Florian Schreiber.
Die Diskussionsrunde, von links: Carsten Zielke, Eckhard Sauren, Paul Matthews, Moderator Marc Surminski, Jeff Regazzoni, Claus Mischler und Florian Schreiber. © Oliver Lepold

Auf den diesjährigen Campus Days der Standard Life wurden der Verzicht von Garantien sowie Strategien und Lösungen für das derzeit schwierige Marktumfeld intensiv von verschiedenen Experten beleuchtet und diskutiert. Ein Fazit: Ohne ein wesentlich höheres Engagement in Aktien ist keine sinnvolle Altersvorsorge mehr möglich.

|  Drucken
>> Hier geht es zur Bildstrecke.

In Hamburg, Frankfurt und München waren insgesamt rund 300 Makler der Einladung der Standard Life gefolgt. Der britische Versicherer hatte ein Bündel von Vorträgen und Workshops zu den aktuellen Fragen der Branche zusammengestellt. Neue Beratungskonzepte, innovative Produkte ohne Garantien und die Frage, inwieweit man Erkenntnisse aus den Erfahrungen der Berater und Produktgeber im britischen Markt auf Deutschland übertragen kann, standen im Fokus der Informationsveranstaltung.

Ein Höhepunkt war die Diskussionsrunde mit Referenten der Campus Days, die von Marc Surminski, Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen, geleitet wurde. Paul Matthews, Vorstandschef der Standard Life für Großbritannien und Europa, betonte, dass der im April dieses Jahres erfolgte Abschied von Garantie-Produkten („With Profits“) keinen generellen Ausstieg der Standard Life aus dem deutschen Markt einleite. Ganz im Gegenteil. „Auch wenn die Entscheidung für viele sehr plötzlich kam, war es für uns mit Blick auf die aktuelle Finanzmarktsituation in Europa, aber vor allem auch auf Sicht des Kunden ein folgerichtiger Schritt.“ Für Standard Life sei Deutschland weiterhin ein wichtiger Markt, der unverändert große Chancen biete.

Abschied von den Garantien

Dass es künftig auch ohne Garantien in der Altersvorsorge geht, ist ein Gedanke, an den sich Versicherte und viele Produktgeber gewöhnen müssen. Denn die Garantie wurde seit Jahren als „heilige Kuh der Lebensversicherung“ vermarktet und war auch vom Gesetzgeber explizit so gewollt. „Da braucht man sich nicht zu wundern, dass der Kunde auf Garantien besteht. Am Ende der Laufzeit zählt jedoch die Ablaufleistung. Und im aktuellen Marktumfeld bietet eine Garantie keine Sicherheit, sondern verhindert letztendlich, dass der Kunde die Lücke in seiner Altersvorsorge schließen kann“, betonte Mischler.

„Wir brauchen daher einen Kulturwandel in der Branche“, so Carsten Zielke, Zielke Research Consult. Bei einem Garantiezins, der immer weiter abgesenkt werde, müsse man fragen, wie nachhaltig solche Garantien noch seien. „Die Politik ist gewillt Leistungskürzungen hinzunehmen, aber sie möchte keine Steuergelder einsetzen, um Versicherer zu retten, damit diese Garantien bedient werden können“, so Zielkes Eindruck.

Gefährliches Laissez-faire

Der Großteil der deutschen Anleger hält die Garantieversprechen der Versicherer indes noch für sicher, meinte Dachfondsmanager Eckhard Sauren. Wie lange noch? „Wenn die Marktlage noch fünf Jahre mit Niedrigzinsen anhält, wird es zwangsläufig dazu kommen, dass der Großteil der Versicherer ihre Leistungszusagen kürzen muss.“ Das werde aber in der Branche seitens der Makler dem Kunden noch kaum kommuniziert – ein schwerer Fehler, glaubt Sauren.

„Das alte Lebensversicherungsmodell wird tot sein, sobald die Garantieversprechen auf breiter Front abgesenkt werden“, bestätigte Claus Mischler. Auch in Deutschland werde es zu weiteren Eingriffen des Gesetzgebers kommen, auch auf den Bestand bezogen. Die Öffentlichkeit werde fragen, warum die Produkte noch verkauft wurden, obwohl die Probleme bereits offensichtlich waren. Daher sei eine frühzeitige Positionierung von Produktgebern und Beratern enorm wichtig, um weiterhin glaubwürdig zu bleiben.

Aber was soll man den Bestandskunden raten? „Ehrlich mit der Renditeerwartung umgehen. Frühere Renditen sind unter den derzeitigen Marktbedingungen einfach nicht mehr zu erreichen“, so Mischler. Wenn dies für die Altersvorsorge nicht mehr ausreicht, muss man nach Alternativen suchen. „Der größte Fehler, den wir als Branche machen können, ist den Kunden jetzt nicht darüber aufzuklären, dass sich seine Altersvorsorgeplanung massiv geändert hat“, so Mischler. „Den Vertrag zu kündigen, ist meist nicht der richtige Rat. Beitragsreduzierung oder Freistellung und Alternativprodukte sind mögliche Alternativen“, ergänzte Analyst Zielke.

Etwas mehr Risiko

„Viele deutsche Anleger haben eine Aktienquote von deutlich unter 10 Prozent. Wir sind der Ansicht, dass ein Anleger mit einer Aktienquote von 15 Prozent am Ende weniger Risiko aufweist, als wenn die Aktienquote unter 5 Prozent liegt“, sagte Fondsmanager Sauren. In vielen Fällen könnte man Portfolios gezielt und seriös ergänzen, etwa mit Absolute-Return-Fonds und gut gemanagten Aktienfonds.

>> Hier geht es zur Bildstrecke.
Blick in die Zukunft: IDD-lizensiertes Webinar zum Brexit
Werbung


Lars Heermann von Assekurata und Christian Nuschele, Vertriebschef von Standard Life, analysieren im Webinar kritisch die Herausforderungen, die der Brexit mit sich bringt.

Darüber hinaus wagen sie einen Blick in die Zukunft, verbunden mit einer Analyse, welche Produkte künftig im Niedrigzinsumfeld punkten können. Neben aktuellen Fakten für ihre Kundenberatung, erhalten Makler durch das Webinar auch IDD-relevante Weiterbildungszeit.

Am Mittwoch, 20. Februar 2019, um 15 Uhr

Jetzt anmelden!

Warum Multi-Asset-Fonds so beliebt sind
Werbung

Die Multi-Asset-Konzepte erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Woran liegt das? Welche Vorteile bieten sie Anlegern? Und welche Rolle spielen bei den Multi-Asset-Fonds Themen wie Technologie, Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit im Fondsuniversum?

Im Interview mit dem Wirtschaftsjournalisten Andreas Franik gibt Stephan Hoppe, Direktor Investment Strategie bei Standard Life, Antworten auf diese Fragen und eine Einschätzung für das Börsenjahr 2019.

Ausblick 2019: Wie wirkt sich der Brexit auf meine britische Lebensversicherung aus?
Werbung

Niedrige Zinsen, Kursschwankungen an den Aktienmärkten, regulatorische Änderungen und der sich nähernde Brexit haben das Jahr 2018 geprägt. Wie geht es weiter? Und welche Veränderungen erwarten britische Versicherer und ihre Kunden im deutschen Markt?

Das erklärt der Vertriebschef von Standard Life Deutschland, Christian Nuschele, im Gespräch mit dem Wirtschaftsmoderator Andreas Franik auf dem Parkett der Frankfurter Börse.

Aktienorientierte Altersvorsorge: Was bringen eigentlich Small Caps?
Werbung

Was genau sind sogenannte Small Caps? Und welche Vorteile bieten sie bei der aktienorientierten Altersvorsorge? Das verrät Michael Heidinger von Aberdeen Standard Investments. Hier geht es zum Interview mit Andreas Franik an der Börse Frankfurt.

Schutz der Kundengelder durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz
Werbung


Knapp 200 Jahre krisenfester Unternehmensgeschichte bezeugen, dass der Schutz und die Sicherheit der Kundengelder dem Lebensversicherer Standard Life sehr wichtig sind. Diese werden durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz gewährleistet – auch nach dem Brexit.

Erfahren Sie hier, wie das Sicherheitsnetz von Standard Life genau konzipiert ist und wie die einzelnen Sicherheitsmechanismen ineinandergreifen.

Die Zukunftspläne von Standard Life unter dem Dach der Phoenix Gruppe
Werbung

Seit September 2018 gehört Standard Life der Phoenix Gruppe an. Erfahren Sie im Interview mit Susan McInnes, Chefin von Standard Life und Gruppendirektorin, mehr über die Pläne von Standard Life nach der Übernahme durch den neuen Inhaber.