Beim Weizen ist die Feldkapazität aufgrund trockener Böden um 40 Prozent gesunken. Um einen Versicherungsschutz bei Dürreschäden bezahlbar zumachen, fordern die Versicherer nun staatliche Zuschüsse. © picture alliance / Zoonar | Wieland Hollweg
  • Von Manila Klafack
  • 30.03.2021 um 12:01
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Die Landwirtschaft leidet unter der zunehmenden Trockenheit infolge des Klimawandels. Darum fordern die Versicherer jetzt von staatlicher Seite eine finanzielle Unterstützung für die Bauern – damit sich diese gegen Dürreschäden versichern können. Eine neue Studie, die zu alarmierenden Ergebnisse kommt, soll den Argumenten der Versicherungswirtschaft nun mehr Gewicht verleihen.

Es wird zunehmend wärmer und trockener in Deutschland. Vor allem die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre verschlechtert die Anbaubedingungen für Landwirte in Deutschland zusehends. Eine jetzt veröffentlichte Studie Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) untermauert diese Entwicklung.

Entsprechend fordern die deutschen Versicherer nun staatliche Hilfen für Bauern, um ihnen eine Absicherung von Dürreschäden zu erleichtern. „Der Staat sollte die landwirtschaftliche Mehrgefahrenversicherung bezuschussen“, schlägt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, vor.

Diese Policen können alle Wetterrisiken einschließen, also auch Trockenheit. Bislang ist aber nur ein sehr geringer Teil der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland gegen Dürre versichert, was auch an den hohen Prämien und Selbstbehalten für diese Policen liegt. Für Versicherer zähle Trockenheit zu den sogenannten Kumulrisiken. Sie kann mehrere Regionen gleichzeitig treffen und zu hohen Schäden führen.

Staatliche Zuschüsse sollen Policen günstiger machen

Das wiederum wirke sich auf den Preis für den Versicherungsschutz aus. Staatliche Zuschüsse würden die Policen für die Bauern erschwinglicher machen und so zu einer größeren Verbreitung von Mehrgefahrenversicherungen führen. Davon würde der Staat letztlich profitieren, so Asmussen: „Die Politik müsste Missernten nicht mehr mit Nothilfen in Millionenhöhe ausgleichen.“

Auf Länderebene würden solche Modelle erfolgreich eingesetzt. So erhalten Winzer und Obstbauern in Bayern und Baden-Württemberg Zuschüsse, um Schäden durch Frost oder Starkregen abzusichern. Damit sei es gelungen, den Anteil der versicherten Anbaufläche deutlich zu steigern, so der GDV-Hauptgeschäftsführer.

GDV führt neue Studienergebnisse ins Feld

Um ihre Argumentation zu stützen, führt der GDV nun die Ergebnisse eines Langzeitvergleichs ins Feld, den der Verband  beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Auftrag gab. Dieser zeige, wie trocken die Böden von 2000 bis 2020 im Vergleich zu den Jahren davor seien, teilte der Verband mit.

Demnach lag allein in den vergangenen drei Jahren die Bodenfeuchte – und damit die nutzbare Feldkapazität – bei Winterweizen um bis zu 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Dabei gibt die Feldkapazität an, wie viel Wasser die Pflanze aus dem Boden nutzen kann. Winterweizen stelle die mit knapp 2,8 Millionen Hektar ertragsreichste Getreideart hierzulande dar. Vor allem in der für den Weizenanbau so wichtigen Zeit von April bis Juni fiel viel in den Jahren 2020, 2019 und 2018 zu wenig Regen – ein Szenario, das in Zukunft öfter auftreten dürfte, so der GDV.

Wetterextreme nehmen zu

„Wir müssen uns auf die Zunahme von Wetterextremen wie längere Trockenheit und punktuellen Starkregen einstellen“, sagt Wolfgang Janssen, Leiter der Agrarmeteorologie beim DWD. Beides seien Begleiterscheinungen der steigenden Temperaturen in Deutschland. Neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen fallen in die Zeit nach der Jahrtausendwende. Die letzten drei Jahre gehören laut DWD zu den acht extremsten.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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