Aktuelle Untersuchung zeigt Garantien in der Altersvorsorge verteuern sich um 60 Prozent

Verantwortet die niedrigen Zinsen: EZB-Präsident Mario Draghi.
Verantwortet die niedrigen Zinsen: EZB-Präsident Mario Draghi. © dpa/picture alliance

Die Altersvorsorge mit Garantierenten ist wegen des Niedrigzinsniveaus seit dem Jahr 2000 sehr viel teurer geworden. Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, sind die Kosten um 60 Prozent gestiegen.

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Die Forscher des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) haben untersucht, in welchem Umfang die Kosten für Garantien in der Altersvorsorge seit der Jahrtausendwende gestiegen sind. Das Ergebnis: Mussten Sparer für eine garantierte lebenslange Rente von 100 Euro monatlich damals noch rund 18.200 Euro aufbringen, liegt dieser Wert heute schon bei 29.100 Euro.



Zwei Gründe haben die Forscher dafür vor allem ausgemacht. Erstens: Die Absenkung des Rechnungszinses auf nunmehr 1,25 Prozent. Zweitens: Biometrische Faktoren wie Unisex-Tarife und die Erhöhung der Lebenserwartung verteuern Garantien.

Allein wegen der Absenkung des Rechnungszinses ist der Preis für eine Garantierente um etwa 41 Prozent gestiegen. „Das ist der Preis, den die Altersvorsorgesparer für die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bezahlen“, sagt IVFP-Geschäftsführer Michael Hauer.

Lösung: Längere Lebenserwartung nutzen

Und wie kann man das Problem nun lösen? Hauer plädiert dafür, die längere Lebenszeit auch entsprechend zu nutzen: „Es verbleibt selbst nach Rentenbeginn noch eine beträchtliche Zeitspanne, in der angesammeltes Guthaben kapitalmarktnah angelegt werden kann, weil Wertschwankungen über den restlichen Zeitraum ausgeglichen werden.“

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat auch eine Idee: Mehr Wahlfreiheit bei staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten. „Der Sparer soll selbst entscheiden, wie viel Beitragsgarantie und wie viel Garantierente er sich leisten will. Wer sich für die bisherige konventionelle Verrentung entscheidet, muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass er deutlich mehr Geld für die Altersvorsorge aufwenden muss“, sagt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.
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