Eine Hausbaustelle: Viele Deutsche setzen lieber auf die eigenen vier Wände als auf Aktien. © Pixabay
  • Von Juliana Demski
  • 11.02.2020 um 16:35
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:45 Min

Bei der Geldanlage scheiden sich die Geister: Während ein großer Teil der Deutschen auf Immobilien setzt, ist nur ein vergleichsweiser kleiner Teil von Aktien überzeugt. Welche Vor- und Nachteile diese Anlagen jeweils bieten, hat das Financial Planning Standards Board (FPSB) aufgeschlüsselt.

Rund 60 Prozent aller vermieteten Wohnungen in Deutschland befinden sich im Eigentum von Privatpersonen – und dienen damit mehr oder weniger als Geldanlage. Aktien nutzt auf der andere Seite gerade einmal jeder zehnte Bundesbürger, wie das Deutsche Aktieninstitut berichtet. Das Financial Planning Standards Board (FPSB) wollte deshalb wissen: Welche Geldanlage passt zu wem am besten?

Auch im Vergleich mit anderen Geldanlagen sind Aktien stets am unbeliebtesten: Laut einer Umfrage des Datenportals Statista wurden Spareinlagen bei Banken, Sparbücher sowie das Girokonto von 45 und 40 Prozent der Befragten am häufigsten als liebste Geldanlage genannt. Dahinter folgen Renten- und Kapitallebensversicherungen sowie das Bausparen.

Die Aktie hingegen nutzen nur 15 Prozent. Immobilien schnitten auch in dieser Umfrage besser ab (22 Prozent). „In der Tat beobachten wir im Beratungsalltag auch immer wieder, dass Betongold sehr viel stärker nachgefragt wird als Aktieninvestments“, bestätigt Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland. „Wir stellen auch fest, dass deutsche Sparer stark auf Sicherheit ausgerichtet sind und die fanden sie in der Vergangenheit beim Sparbuch. Zunehmend sind unsere Kunden aber auch der Ansicht, die gewünschte Sicherheit bei Immobilien zu finden.“

Immobilien-Investments haben einige Nachteile …

Immobilien seien nur auf den ersten Blick attraktiver als Aktien. „Wer eine Immobilie als Anlageobjekt erwirbt, sollte nämlich einiges bedenken“, rät der Experte – zum Beispiel, dass es mit dem Kauf allein nicht getan ist. So müssten Anleger stets laufende Kosten sowie Rückstellungen für Sanierungen mit einrechnen. „Zudem zeigt sich auch, dass die Politik, wie das Beispiel des Mietendeckels in Berlin zeigt, derzeit ein erhebliches Risiko für Immobilieninvestments darstellt“, so Tilmes.

Hinzu kommt, dass eine Immobilie als Anlage und zur Vermietung bei vielen Anlegern ein erhebliches Gewicht innerhalb der Portfolio-Allokation bekommen dürfte. „Damit ist dann unter Umständen keine ausreichende Risikodiversifikation mehr gewährleistet, und die Liquidität ist oftmals stark eingeschränkt“, warnt der FPSB-Vorstand. Am allerwichtigsten aber sei es, nicht zu vergessen, dass es auch bei Immobilien Wertschwankungen gibt. „Nur weil es für ein Haus oder eine Wohnung keinen täglichen Preis gibt wie bei Aktien, heißt das nicht, dass diese im Wert stets gleich bleiben“, so der Experte.

… Aktieninvestments aber auch

Aktien hingegen seien liquide, könnten rasch verkauft werden, und auch Risiken seien bereiter verteilbar. Laut Tilmes können sie auch in Sachen langfristige Rendite mit Immobilien mithalten.

„Allerdings, und das ist ein Nachteil, sind Aktien auf Grund ihrer durchaus starken kurzfristigen Schwankungen für manchen Anleger nicht geeignet“, sagt Tilmes. Alles hänge von der eigenen Risikoneigung ab. Wer bereits über Betongold verfüge, auch wenn das Haus oder die Wohnung selbst genutzt und nicht vermietet werde, sollte die Anschaffung einer weiteren Immobilie gut überlegen. „In diesem Fall können Aktien eine sehr sinnvolle Alternative sein, da sie im Gegensatz zu einer Immobilie eine sehr viel höhere Liquidität aufweisen.“

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!