Acht gute Gründe Warum sich jeder um das Pflegerisiko kümmern sollte

Alte Dame im Pflegeheim: Eine Unterbringung im Pflegeheim kostet mehrere tausend Euro im Monat.
Alte Dame im Pflegeheim: Eine Unterbringung im Pflegeheim kostet mehrere tausend Euro im Monat. © Getty Images

„Das Thema Pflege wird künftig zu einem der größten Dilemmas unserer Gesellschaft“, sagt Generationenberaterin Margit Winkler. Die Zahl der Pflegefälle steigt, die Kassen werden tendenziell knapper. Wer den Ernstfall abgesichert wissen möchte, muss privat vorsorgen. Die Expertin führt acht Gründe auf, warum sich das für jeden lohnt.

| , aktualisiert am 01.06.2015 14:15  Drucken
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes gibt es aktuell mehr als 2,6 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland – Tendenz weiter steigend. Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung belaufen sich dabei auf jährlich fast 24 Milliarden Euro. Und doch genügt dieser Beitrag vorne und hinten nicht. Wer den Ernstfall abgesichert wissen möchte, muss privat vorsorgen. Immer mehr junge Menschen erkennen diese Dringlichkeit und treffen Vorkehrungen.

Warum Vorsorge nicht erst im Alter wichtig ist, verdeutlicht ein eigens produzierter Kurzfilm des Instituts Generationenberatung, den Sie hier aufrufen können.

Und hier gibt es acht gute Gründe, warum das Thema Pflegevorsorge jeden angeht:

1.    Pflege schluckt enorme Summen: Fünf Jahre Pflege kosten etwa 100.000 Euro. Da sind die eigenen finanziellen Reserven schnell aufgebraucht, sofern es keine zusätzliche private Absicherung gibt.

2.    Im Notfall zahlen Partner oder Kinder: Wer seinem Partner und den Kindern im Alter nicht zur Last fallen möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen. Denn wenn das eigene Vermögen aufgebraucht ist, fordert der Staat Elternunterhalt von den nächsten Angehörigen.

3.    Ein Heim kostet monatlich 3.000 Euro: Wer sich im Alter einen gewissen Lebensstandard erhalten möchte, sollte vorher gut rechnen. Denn Pflege- und Altenheime sind extrem kostspielig. Dagegen ist ein Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff nahezu ein Schnäppchen.

4.    Dem Partner droht die Altersarmut: Geht das gesamte Ersparte für die eigene Pflege drauf, bleibt dem Partner nicht viel zum Leben. Wird dieser später selbst zum Pflegefall, droht sogar ein Leben in Armut.

5.    Staatlicher Pflegezuschuss genügt nicht: Zwar unterstützt der Staat mit Pflegegeld, welches je nach Pflegestufe und Art der Pflege zwischen 123 Euro und 1.995 Euro liegt, doch dieser ist häufig nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Es entsteht eine zum Teil beträchtliche finanzielle Pflegelücke.

6.    Der Lebensstandard leidet als erstes: Wenn es im Pflegeheim knapp wird, wird schnell an den Annehmlichkeiten gespart. Seien es der Friseurbesuch, das Bezahlfernsehen oder ein gutes Glas Wein. Dann gibt es andere Dinge, die wichtig sind, das Leben aber ein Stück weniger lebenswert machen.

7.    Die Kinder zahlen immer mit: Um die Finanzen während der Zeit der Pflegebedürftigkeit kümmert sich in der Regel der Bevollmächtigte. Das sind meist die Kinder. Auch wenn diese aus dem Vermögen der Eltern die Kosten bestreiten, so zahlen sie gefühlt selbst: Denn dieser Betrag geht vom Familienerbe weg.

8.    Streit ist vorprogrammiert: Kommt es zum Elternunterhalt, müssen die Kinder ihre Finanzen offenlegen. Da sind Konflikte vorprogrammiert, die auch der Bedürftige mitbekommt. Wer seine Vorsorge geregelt und die Familie davon in Kenntnis gesetzt hat, umgeht das.

Margit Winkler (Foto) ist Inhaberin des Instituts Generationenberatung. Als unabhängige Finanz- und Marketingfachfrau ist sie für Banken oder deren Verbundpartner im Vorsorgebereich tätig.
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