Absicherung existenzgefährdender Risiken Versicherungsthema geht im Gründungsalltag oft unter

Eine Künstlerin schlägt in ihrer Werkstatt in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) ein Stück aus farbigem Fischleder und verziert damit Silberschmuck. Nach ihrem Studium  an der Fachhochschule Wismar machte sich die gelernte Goldschmiedin selbstständig.
Eine Künstlerin schlägt in ihrer Werkstatt in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) ein Stück aus farbigem Fischleder und verziert damit Silberschmuck. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule Wismar machte sich die gelernte Goldschmiedin selbstständig. © dpa/picture alliance

Bei dem Aufbau eines eigenen Unternehmens tauchen viele Fragen auf. Die nach der passenden Absicherung der beruflichen Risiken ist eine davon, wird aber oft nur stiefmütterlich behandelt.

| , aktualisiert am 06.11.2017 12:22  Drucken

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Unternehmensgründungen erneut: 672.000 Personen haben sich beruflich selbstständig gemacht – 91.000 weniger als im Jahr 2015. Für die Gründerquote bedeutet das einen Rückgang von 1,5 auf 1,3 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Gründungsmonitor 2017 der KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau. Für das Jahr 2017 scheint laut KfW die Talfahrt jedoch beendet.

„Um nachhaltig erfolgreich sein Unternehmen zu führen, ist eine solide Planung notwendig“, sagt René Klein, Gründer und Geschäftsführer der Online-Plattform www.fuer-gruender.de mit Sitz in Frankfurt am Main. „Dazu zählt eine Validierung der Idee anhand von Marktforschung und Feedback von beispielsweise Gründungsberatern ebenso wie ein realistischer Businessplan“, so Klein. Nach seiner Erfahrung sei die Finanzierung oft zu optimistisch: „Viele glauben, nach 6 Monaten ist der Break-even erreicht und das Unternehmen etabliert. Tatsächlich dauert es oftmals 12 bis 18 Monate.“

Auch in der Absicherung der existenzgefährdenden Risiken sieht er ein Problem für das Fortbestehen des Unternehmens. „In der Gründungsphase geht die Frage nach den Versicherungen oft unter“, weiß er. „An die persönlichen, wie Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, denken die meisten noch, aber welchen Schutz das Unternehmen benötigt, wissen sie nicht.“

Von Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung über Inhaltsversicherung, Gebäude- und Maschinenversicherung bis hin zur Absicherung gegen Cyberrisiken und anderes mehr reichen die Angebote. Für ein IT-Unternehmen führe laut Klein beispielsweise kein Weg an einer Cyber-Absicherung vorbei, für den Handwerker sei eine Haftpflichtversicherung notwendig, die Sach- und Personenschäden abdeckt, und Firmen mit Lagerhallen müssten sich über die Absicherung von Diebstahlschäden Gedanken machen.

„Jeder Gründer muss prüfen, welche Risiken in seiner Branche und speziell für seine Firma bestehen. Welche davon sind existenzgefährdend? Wie viel kostet die Absicherung? Denn diese Kosten gehören in den Finanzplan“, erklärt Klein die gebotene Herangehensweise an das Thema. Viele Versicherungsgesellschaften bieten etwa Gründerrabatte an, um den finanziellen Start ins Abenteuer Selbstständigkeit zu erleichtern.

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