Abgespeckte Garantien Produktvielfalt in der Lebensversicherung überfordert Kunden

Henning Kühl, Chefaktuar und Experte für Lebensversicherungen bei Policen Direkt
Henning Kühl, Chefaktuar und Experte für Lebensversicherungen bei Policen Direkt © Policen Direkt

Auf das Niedrigzinsniveau reagieren viele Versicherer mit abgespeckten Garantien und neuen Produkten. Für die Kunden wird das zu viel, befürchtet Henning Kühl, Chefaktuar und Experte für Lebensversicherungen bei Policen Direkt. Er hat die Sorge, dass sich Kunden aus Überforderung komplett aus der privaten Altersvorsorge zurückziehen könnten.

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„Die Versicherungsunternehmen stehen aktuell vor der Herausforderung, die teils unbezahlbar teuer gewordenen Garantien zu reduzieren und gleichzeitig die Kunden zu überzeugen, in Vorsorgeprodukte einzubezahlen, die weniger klare Sicherheiten bieten“, sagt Henning Kühl, Chefaktuar und Experte für Lebensversicherungen bei Policen Direkt.



Vielen Sparern sei Sicherheit aber immer noch wichtiger als Rendite. Das zeige ein Blick auf die Zahlen. Lebensversicherungen mit Garantien hätten einen Marktanteil von 95 Prozent (2015: 96 Prozent). Allerdings ging der Anteil klassischer Verträge 2016 auf 49 Prozent zurück (2015: 59 Prozent), während die Lebensversicherungen mit reduzierten Garantien auf 46 Prozent deutlich zulegen konnten (hier waren es 2015 noch 37 Prozent).

Reine fondsgebundene Produkte hätten ihren Anteil hingegen nicht ausbauen können. „Im Gegenteil“, heißt es von Policen Direkt. „Manche Versicherer wie die Zurich erhöhten den Anteil ihrer Garantien. Sie bietet ihren Kunden wieder ähnlich hohe Garantien wie Versicherer, die bisher fast ausschließlich klassische Produkte im Repertoire hatten.“

Kühl mahnt daher zur Vorsicht: „Es besteht die ernste Gefahr, dass Kunden sich komplett aus der privaten Altersvorsorge zurückziehen, weil sie die neuen hybriden Produkte nicht durchschauen oder sie ihnen zu wenig Sicherheit bieten.“
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