75.000 Euro Schaden Haustiere richtig versichern

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24,3 Millionen Haustiere leben zurzeit in Deutschland. Für die Besitzer gehören Hund, Katze, Vogel & Co. zur Familie. Aber Haustiere sind auch teuer. Braucht der Dackel etwa eine Bandscheiben-OP, werden schnell über 1.000 Euro fällig. Allerdings können sich Tierhalter gegen die hohen Kosten versichern. Pfefferminzia stellt die besten Tierversicherungen vor.

1. Die Tierhaftpflichtversicherung

An erster Stelle der notwendigen Versicherungen steht die Tierhaftpflichtversicherung. Wie wichtig sie ist, zeigt folgende Geschichte: Ein nicht angeleinter Hund stößt mit einem Rennradfahrer zusammen. Der Radfahrer stürzt und verletzt sich: Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades, so die Diagnose. Er verklagt daraufhin den Hundehalter auf Schmerzensgeld – und bekommt Recht. Das Oberlandesgericht Hamm spricht dem Radler eine Summe von einmalig 75.000 Euro und eine monatliche Rente von 250 Euro zu (Aktenzeichen: 27 U 6/01). Viel Geld, wenn das aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss.

Per Gesetz haftet der Tierhalter, wenn etwa der Hund Menschen, Tieren oder Gegenständen schadet – sei es das zerrissene Hosenbein des Briefträgers bis hin zu Autounfällen. Besitzer können sich gegen solche Fälle versichern. In manchen Bundesländern müssen gerade Hundehalter das sogar, wie diese Aufstellung der DEVK zeigt. Halter von Kleintieren wie Hamster, Kaninchen aber auch Katzen, können ihre Tiere dagegen meist über ihre private Haftpflicht absichern.

Versichert sind über die Tierhaftpflichtversicherung vor allem Sach- und Personenschäden. Dabei gibt es Produkte von Versicherern wie Allianz, Hanse-Merkur, Huk und Swiss Life, aber auch von auf Tiere spezialisierten Anbietern wie Agila und Ülzener. Die Versicherung der Agila deckt in der Basisvariante beispielsweise eine Summe von 3 Millionen Euro für Sach- und Personenschäden ab. So viel sollten es laut Verbraucherschützern auch mindestens sein. In der exklusiven Variante sind es 5 Millionen Euro. Bei der Ülzener Versicherung sichert die Basis-Variante bereits eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro ab.

Die Kosten einer solchen Haftpflichtversicherung starten bei 6 Euro im Monat – allerdings lassen sich nicht alle Tiere versichern. Kampfhunde und deren Mischlinge sind bei einigen Anbietern wie der Huk von vorne herein ausgeschlossen. Andere Anbieter verlangen höhere Prämien und bestehen auf einer Selbstbeteiligung.

Versicherungsbedingungen lesen lohnt sich also. Wie immer. Denn viele Versicherer zahlen zum Beispiel nicht, wenn der Halter einen Leinen- oder Maulkorbzwang nicht befolgt hat. Auch Schäden an der eigenen Person oder in der eigenen Wohnung sind meist ausgeschlossen.

2. Die Tierkrankenversicherung

Wer seine Vierbeiner liebt, dem liegt natürlich auch viel an der Gesundheit des Tieres. Die Kastration oder Sterilisation einer Katze, das Entwurmen und Impfen gehört zur Pflege des Tieres zwar dazu, kann aber im Laufe eines Jahres ordentlich Kosten verursachen. Allein mit Tierarzneimitteln machten Pharmaunternehmen in Deutschland 2012 einen Umsatz von 739 Millionen Euro, meldet der Bundesverband für Tiergesundheit.

Eine Tierkrankenversicherung erstattet in der Regel Kosten für Behandlungen von Krankheiten und Unfallfolgen. Agila übernimmt in der Basisvariante für Hunde zum Beispiel 600 Euro im Jahr für Arzneien, homöopathische Behandlungen, Röntgen, Labor, Ultraschall und so weiter. Bei Katzen sind es bis zu 300 Euro. Die Allianz übernimmt bis zu 80 Prozent der ambulanten und stationären Behandlungskosten nach Krankheit und Unfall. 1.000 Euro dürfen es pro Versicherungsfall maximal sein.

Impfungen sind nicht immer abgedeckt

Bei Impfungen leisten nicht alle Versicherer. Die Agila übernimmt dagegen Kosten für Impfungen, die zum Vorsorgeschutz gehören, in einer Höhe bis zu 65 Euro im Jahr. Der Versicherer sticht auch positiv heraus, wenn es um die Tierarztgebühren geht. Viele Versicherer wie die Ülzener leisten nur bis zum zweifachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Tierärzte rechnen ihre Leistungen aber gerne mit dem dreifachen Satz ab. Agila übernimmt die Kosten auch dann.

Den Preis für die Versicherung ermitteln die Versicherer anhand von Rasse, Größe, Gewicht und Alter der Tiere. So müssen Dackel-Besitzer zum Beispiel mehr bezahlen, weil die Tiere ein hohes Risiko haben, später mal gelähmt zu sein. Beim Alter gelten meistens Obergrenzen, bei der Allianz liegt das Maximum für Hunde zum Beispiel bei 8 Jahren. Bei Agila ist für Hunde ebenfalls ab dem achten Geburtstag Schluss, Katzen können bis zum zehnten Geburtstag aufgenommen werden.

Gefährdete Rasse und hohes Alter – dann wird es schnell teuer. Für einen dreijährigen Rauhaardackel müssen Halter bei Agila im Monat für den Basisschutz 43 Euro bezahlen. Für den siebenjährigen Dackel sind es schon 61 Euro monatlich.

3. Der OP-Schutz

Wem das zu teuer ist, kann auch nur das absichern, was richtig ins Geld geht. Operationen nämlich. Dazu gehören Augenoperationen und Gelenkoperationen mit Kosten um die 100 Euro – Behandlungen von Knochenbrüchen können bis zu 500 Euro kosten. Es geht aber noch weitaus teurer. Wie sehen diese Versicherungen also aus?

Der Hunde-OP-Schutz der Ülzener zahlt für medizinisch notwendige Operationen bei Krankheit oder nach Unfall der Hunde bis zum zweifachen Satz der GOT. Der Anbieter übernimmt auch die Kosten für den letzten Untersuchungstag vor der OP und bis zu 12 Tage Nachbehandlung inklusive aller Untersuchungen, Röntgenbilder, Medikamente und Verbandsmaterialien. Dabei soll es keine Erstattungs-Höchstgrenzen geben. Ohne Selbstbeteiligung kostet das den Besitzer bei einer Laufzeit von fünf Jahren rund 17 Euro im Monat.

In der Exklusivdeckung gibt es keine Leistungsdeckel

Bei Agila sind Hunde mit 2.500 Euro pro Jahr für den Fall einer Operation abgesichert, Katzen sind bis zu 1.600 Euro im Jahr abgedeckt (Basisvariante, in der exklusiven Deckung gibt es keine Obergrenzen). Erstattet wird wieder bis zum dreifachen Satz der Gebührenordnung. Die Tiere müssen bei Abschluss gesund und unter acht Jahren alt sein. Eine Selbstbeteiligung gibt es nicht. Für den siebenjährigen Dackel lägen die Kosten für die Police bei 31 Euro im Monat.

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