61 Prozent mehr Verträge binnen fünf Jahren Deutsche erwärmen sich für private Pflegevorsorge

Nur jeder fünfte Deutsche fühlt sich für den Pflegefall gut gerüstet - doch offenbar wollen immer mehr Bundesbürger etwas dagegen unternehmen und sorgen privat vor, wie jüngste Zahlen des PKV-Verbandes zeigen.
Nur jeder fünfte Deutsche fühlt sich für den Pflegefall gut gerüstet - doch offenbar wollen immer mehr Bundesbürger etwas dagegen unternehmen und sorgen privat vor, wie jüngste Zahlen des PKV-Verbandes zeigen. © Yougov

Mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) befürchten, dass die gesetzliche Pflegeversicherung zur Finanzierung des eigenen Pflegefalls nicht ausreichen würde, wie eine aktuelle Online-Umfrage von Yougov im Auftrag des Finanzvertriebs Swiss Life Select ergab. Und offenbar macht sich diese Sorge in einer wachsenden Nachfrage nach privaten Pflegeversicherungen bemerkbar – das legen zumindest aktuelle Zahlen des PKV-Verbandes nahe.

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56 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, nicht gut genug versichert zu sein, sollten sie einmal pflegebedürftig werden. Während 59 Prozent auf eine gesetzliche Pflegeversicherung setzen, ist nur eine Minderheit (15 Prozent) privat versichert. Das berichtet der Finanzvertrieb Life Select am Dienstag auf Basis einer repräsentativen Umfrage, die das Tochterunternehmen des Versicherers Swiss Life beim Marktforscher Yougov in Auftrag gegeben hatte.

Hauptgrund für die mangelnde Absicherung ist laut der Umfrage das Budget. „Ich kann es mir (derzeit) finanziell nicht leisten“, sagen demnach 63 Prozent der Befragten (siehe Grafik-Ausschnitt oben, hier die gesamte Grafik in hoher Auflösung). Jeder Fünfte (20 Prozent) berichtet, zu wenig über die Möglichkeiten einer guten Absicherung zu wissen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Gleichwohl ist der Markt für private Pflegezusatzversicherungen in Bewegung geraten. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zeitgleich berichtet, sicherten sich immer mehr Deutsche gegen finanzielle Pflegerisiken ab. Demnach bestehen derzeit rund 3,52 Millionen private Zusatzversicherungen. Das sind 61 Prozent mehr als vor fünf Jahren, meldet das RND unter Berufung auf Daten des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV). Bei den staatlich geförderten Zusatzverträgen – auch als Pflege-Bahr bekannt – erwartet der PKV-Verband einen Zuwachs im Jahr 2017 von mehr als fünf Prozent gegenüber 2016.

Nach den bislang vorliegenden Daten von Ende September 2017 bestanden zum damaligen Zeitpunkt 814.800 Pflege-Bahr-Verträge – das sind 37.600 Verträge mehr als zu Jahresbeginn (plus 4,8 Prozent). Darüber hinaus wurden zum gleichen Zeitpunkt rund 2,71 Millionen nicht geförderte Verträge gezählt – das entspricht einem Zuwachs von 29.600 Policen oder einem Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zu Anfang 2017.

„Das anhaltend starke Wachstum bei den Pflegezusatzversicherungen zeigt: Immer mehr Menschen wissen, dass die gesetzliche Pflegepflichtversicherung nur einen Teil der Kosten für Pflegedienst oder Heim deckt“, sagte PKV-Direktor Volker Leienbach dem RND. „Den Rest – oft weit über 1000 Euro im Monat – müssen die Pflegebedürftigen selbst tragen.“

Eine private Pflegeversicherung sei für ein selbstbestimmtes Leben wichtig, sagt auch Günther Blaich, Geschäftsführer von Swiss Life Select. „Finanzberater sollten ihren Kunden aufzeigen, welche Alternativen bestehen. Zumal es einen hochwertigen Schutz auch für den kleinen Geldbeutel gibt“, so Blaich.

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