3.150 Seiten Anklageschrift Mammut-Anklage gegen S&K-Immobiliengruppe

Februar 2013: Razzia bei S&K.
Februar 2013: Razzia bei S&K. © Getty Images

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt gegen 140 Personen – Gutachter, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und weitere S&K-Mitarbeiter. Nun hat sie Anklage gegen die Unternehmensgruppe erhoben. Es geht um einen Vermögensschaden in Höhe von 240 Millionen Euro.

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Die Liste der Verdächtigen und der Vergehen ist lang. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat nun sieben mutmaßliche Hauptverantwortliche der S&K-Unternehmensgruppe angeklagt. Sie wirft den S&K-Gründern Stephan Schäfer und Jonas Köller 49 Straftaten vor – unter anderem schweren banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Untreue –, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Auf der Anklagebank sitzen noch fünf weitere Unternehmer. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 3.150 Seiten.

Schäfer und Köller sollen laut Anklage „Schrottimmobilien“ gekauft und zu überhöhten Preisen weiterverkauft haben. Die neuen Besitzer sollen die Immobilien dann über Bankkredite bezahlt haben, die sie nicht bedienen konnten.

6.200 Anleger griffen zu den Fonds

Die Angeklagten bauten dieses Modell schließlich aus, indem sie zusätzlich Fonds gründeten. Hierzu holten sie Hauke Bruhn und Thomas Schwer von United Investors ins Team. Über den Vertrieb des Emissionshauses warben die S&K-Gründer neue Anleger und nutzten die angeworbenen Gelder als Darlehen für ihre Immobiliengeschäfte. Insgesamt legten die S&K-Gründer fünf Fonds mit United Investors auf. Über 6.200 Anleger griffen zu und steckten etwa 140 Millionen Euro in die Fonds.

Die Teilausschüttungen von etwa 20 Millionen Euro finanzierten sie dann wieder aus neu eingeworbenen Anlegergeldern. Um diese Zahlungen weiter gewährleisten zu können, kauften sie zudem fremde Fondsgesellschaften und nutzen das dort bereits eingesammelte Fondsvermögen, darunter unter anderem Fonds der Midas-Gruppe, der DCM-Gruppe und der SHB-Gruppe.

Auch Versicherungskunden sind betroffen

Neben dem Fondsgeschäft weiteten die S&K-Gründer ihre Aktivitäten auch auf den Versicherungsbereich aus. Sie brachten laut Anklage Lebensversicherungskunden dazu, ihre Versicherung zu kündigen und den Rückzahlungserlös bei ihnen anzulegen. Hierzu gründeten sie unter anderem zwei Aktiengesellschaften. Über Darlehen flossen so weitere 25 Millionen Euro von 1.305 Anlegern schlussendlich in die S&K-Gruppe.

Die gesamten Gelder nutzten die S&K-Unternehmer laut Anklageschrift „zum größten Teil für ihren aufwändigen Lebensstil und zur Aufrechterhaltung des von ihnen etablierten Schneeballsystems sowie für Werbemaßnahmen, Vertrieb und sonstige Betriebskosten“.

Die Angeklagten sind laut Staatsanwaltschaft nicht geständig. Die Anklage geht insgesamt von einem Vermögensschaden von etwa 240 Millionen Euro aus.
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